Streit mit WAZ-Gruppe: SPD-Holding DDVG steigt bei „Westfälischer Rundschau“ aus

Montag, 25. März 2013
DDVG beendet die in den 70er Jahren begründete Kooperation
DDVG beendet die in den 70er Jahren begründete Kooperation
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Die SPD-Mediensparte DDVG hat die Faxen dicke: Die Hamburger Holding wirft der WAZ-Gruppe die eigenen Anteile (13,1 Prozent) an der „Westfälischen Rundschau" in Dortmund vor die Füße. Hintergrund ist ein Streit mit dem Hauptgesellschafter. Im Januar hatte die WAZ-Gruppe die gesamte Redaktion der „Westfälischen Rundschau" dicht gemacht, um das Blatt billiger mit Inhalten anderer Titel zu befüllen. Davon waren 120 Redaktionsmitarbeiter betroffen. Schon damals hatte die DDVG dem Zeitungskonzern „seelenlose Redaktionsklempnerei" vorgeworfen. So sieht ein Gesellschafterstreit aus.

Nun folgen Taten: Nach jener Maßnahme „im Alleingang und somit ohne Kenntnis der DDVG" sei die „Basis für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit" nicht mehr gegeben, teilen die DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen und Matthias Linnekugel mit. Man sei deshalb „in professionellen Gesprächen" mit der WAZ übereingekommen, die in den 70er-Jahren begründete Kooperation zu beenden und die eigenen Anteile an die WAZ-Gruppe zu verkaufen. Man bedauere sehr, dass es nicht gelungen sei, die „Westfälische Rundschau" als Titel mit eigener Redaktion zu erhalten. Mit ihren 13,1 Prozent sei die DDVG aber „nicht in der Position, den Alleingang des Mehrheitsgesellschafters aufzuhalten".

Die DDVG-Geschäftsführung weiter: „Es entspricht unserem Unternehmensziel, die Pressevielfalt in der Bundesrepublik Deutschland zu wahren." Unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die „Westfälische Rundschau" professionell zu führen ist, machten diese Trennung „zu einer logischen Konsequenz". rp

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