Streit im IPTV-Verband geht weiter

Donnerstag, 27. Mai 2010
Einige Mitglieder sind mit der Arbeit des Vorstands unzufrieden
Einige Mitglieder sind mit der Arbeit des Vorstands unzufrieden

Das Gerangel um den Deutschen IPTV Verband (DIPTV) geht weiter. Eine Gruppe von Mitgliedern kritisiert das Vorgehen des amtierenden Vorstands und fordert die Einberufung einer ordentlichen Mitgliederversammlung bis Mitte Juni. Was war passiert? Im Februar hatte der Verband zu einer Mitgliederversammlung eingeladen, auf der es zum Streit über die Arbeit des Vorstands kam, dem unter anderem ein eigenmächtiger Führungsstil vorgeworfen wird. Eine Mehrheit der anwesenden Mitglieder soll daher für einen Wechsel des Vorstandes plädiert haben. Nach Ansicht des amtierenden Vorstandsvorsitzenden Alexander Schulz-Heyn war die Abstimmung jedoch nicht gültig: "Weil wir formal nicht richtig eingeladen haben, war die Versammlung auch nicht beschlussfähig," sagte er im März dem "Kontakter" (Ausgabe 11/2010).

Eine Gruppe von Mitgliedern, darunter der ehemalige BVDW-Sprecher und Berater Alexander Felsenberg, erhöht nun den Druck auf den Vorstand: Das Präsidium müsse bis spätestens 18. Juni zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung einladen, um die strittigen Punkte zu klären. Andernfalls sei eine form- und fristgerechte Kündigung der Mitgliedschaft in diesem Jahr nicht mehr möglich, die Mitglieder würden trotz der Kritik an der Verbandsarbeit unfreiwillig in eine "Zwangsmitgliedschaft" für 2011 gedrängt. 

In einer Mail an die Mitglieder des IPTV-Verbands wird der Vorstand nun zum Handeln aufgefordert. Darin heißt es: "Vor diesem Hintergrund schlagen wir Ihnen vor, das Präsidium ebenfalls per E-Mail aufzufordern, erstmalig eine form- und fristgerecht geladene Mitgliederversammlung, bis spätestens dem 18.6.2010 durchzuführen!" Zudem wurde eine Gruppe bei Facebook eingerichtet, die offenbar die Kontaktaufnahme der Mitglieder untereinander vereinfachen soll. Mehrere Mitglieder des Verbands bestätigen auf Anfrage, dass trotz vielfachen Wunsches  bislang immer noch keine Mitgliederversammlung initiiert worden ist.

Der Vorstandsvorsitzende Schulz-Heyn selbst gibt sich gelassen. Die Satzung sehe eine Mitgliederversammlung einmal im Jahr vor, "also irgendwann zwischen dem 1.1.2010 und 31.12.2010." Von einem Streit will er nichts wissen: "Ich höre im Wesentlichen nur Gutes", die Mitglieder seien mit der Arbeit des Verbands "sehr zufrieden". Die Frist, die die Kritiker dem Vorstand für die Einberufung einer Hauptversammlung gesetzt haben, ist mittlerweile verstrichen. Das Tauziehen innerhalb des Verbandes geht weiter. dh
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