Streit bei Bertelsmann: Liz Mohn lenkt ein

Freitag, 28. März 2003

Im Streit um die Machtverteilung im Bertelsmann-Konzern lenkt die Eigentümerfamilie Mohn jetzt offenbar ein. Der Familien-Clan um Liz Mohn wird nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" im Aufsichtsrat weniger Mitglieder benennen als vorgesehen. Auch das Vorschlagsrecht für die künftigen Vorstands- und Aufsichtsratchefs wird Liz Mohn nicht völlig eigenständig ausüben können. Die Zukunft von Aufsichtsratchef Gerd Schulte-Hillen, dessen Stuhl nach seiner Kritik an der Eigentümerfamilie Mohn kräftig wackelte, bleibt indes unsicher.

Bislang galt die Sprachregelung, dass Schulte-Hillen seinen Aufsichtsratposten bei der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr aufgeben werden, wenn Bertelsmann an die Börse geht. Dies wird frühestens 2005 der Fall sein. In einer gestern veröffentlichten Erklärung des Bertelsmann-Konzerns heißt es jetzt, dass der Verlagsmanager den Aufsichtsratvorsitz nunmehr auf Abruf besetze. Eine kurzfristige Ablösung des erfahrenen Zeitschriften-Experten halten Insider indes in der derzeitigen Malaise der Verlage für unwahrscheinlich. nr
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