Strategischer Poker um die DSM

Mittwoch, 25. Juni 2003

Diesen Donnerstag werden die 28 Gesellschafter der Deutschen Städte Medien (DSM) über eine Änderung des Konsortialvertrags entscheiden. Es wird damit gerechnet, dass die Kommunen mit einer Mehrheit von 90 Prozent der Einleitung eines Bieterverfahrens zustimmen werden. Der Verkauf der DSM könnte den 28 beteiligten Kommunen jedoch weniger Geld in die Kasse bringen, als erwartet. Statt 250 bis 400 Millionen Euro wird der Unternehmenswert nurmehr auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. Zwar beläuft sich der Umsatz des größten deutschen Outdoor-Vermarkters 2002 auf 256 Millionen Euro, die Rendite beträgt Gerüchten zufolge jedoch gerade mal ein Prozent.

Das mehrstufige Verfahren, das unter dem Konsortialführer Frankfurt bis Jahresende abgeschlossen werden soll, dürfte jedoch von strategischen Preisen bestimmt werden. "Die DSM hat es nicht verdient, dass man sie herunterredet", heißt es seitens Décaux. Das französische Unternehmen hätte bei einem Zuschlag zwei Drittel der City-Light-Poster in seiner Hand. Ströer könnte unter anderem sein Großflächen-Portfolio kräftig aufstocken. "Mit dieser Expansion könnten wir erstmals ein bundesweites Netz an Werbeträgern anbieten", erklärt Udo Müller, Sprecher des Ströer-Vorstands.

Interesse haben zudem Clear Channel, Viacom und Wall angemeldet. Vermarkter Hans Wall empfiehlt den Kommunen angesichts des "Sanierungsfalls DSM" jedoch, einen Verkauf zu überdenken: Die DSM sollte aufgelöst werden und derjenige den Zuschlag für Stadtmöbilierung und kommunale Außenwerbung bekommen, das die höchste Beteiligung an den Pachteinnahmen garantiert. sch
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