Strategieschwenk: Bauers "TV-Movie" produziert Arena-Programmie

Dienstag, 27. November 2007
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Kampfansage an Axel Springers Programmzeitschrift "TV Digital": Die Bauer Verlagsgruppe vollzieht mit ihrem Programmie-Flaggschiff "TV Movie" einen Strategieschwenk und bietet ab 2008 den Abonnenten des digitalen TV-Satellitenbouquets Arena Sat ein eigenes Print-Produkt. Bisher hatte Bauer notgedrungen auf Angebote dieser Art verzichtet, weil Axel Springers "TV Digital" mit den wichtigsten Pay-TV-Anbietern exklusive Verträge geschlossen hatte. Stattdessen druckte Bauer im Supplement "TV World" eine Auswahl der Bouquets unterschiedlicher Pay-TV-Veranstalter.

Heiko Willers
Heiko Willers
Nun wird alles anders. Die Phalanx zwischen Axel Springers "TV Digital" und den Pay-TV-Anbietern scheint aufzubrechen. Als erster schert die Unitymedia-Tochter Arena Sat aus - und kooperiert auch mit Bauers "TV Movie". Gespräche mit anderen großen Digital-TV-Anbietern laufen, betont "TV Movie"-Objektleiter Heiko Willers gegenüber HORIZONT.NET: "Im kommenden Jahr dreht sich bei uns alles ums digitale Fernsehen." Noch hat Springer die Nase vorn: "TV Digital" erscheint in Deutschland in vier unterschiedlichen Versionen für Abonnenten von T-Home, Premiere, KD Home und Unitymedia.

Doch Bauer wählt ein anderes Geschäftsmodell und setzt auf Beilagen: Nach und nach erhalten die derzeit rund 340.000 Arena-Sat-Kunden ab Januar das 14-tägliche Standardheft "TV Movie" mit einem 48-seitigen Supplement für die mittlerweile 21 Kanäle des Arena-Satellitenbouquets. Sechs Ausgaben lang werden die Pay-TV-Zuschauer gratis beschickt. Danach können sie "TV Movie" plus Arena-Beilage abonnieren - unabhängig vom Pay-TV-Abo. Der Aufpreis für die Supplement-Ausgabe steht noch nicht fest; zur erhofften Umwandlungsquote möchte Objektleiter Willers nichts sagen. Die verkaufte Auflage von "TV Movie" war in den vergangenen sechs Quartalen um jeweils rund 5 Prozent gesunken und liegt nun bei 1.786.065 Heften (IVW III/2007).

Somit geht Bauer auch beim Pricing einen anderen Weg als Erzrivale Axel Springer, der "TV Digital" im Preisbündel mit den jeweiligen Pay-TV-Abos der Kooperationspartner anbietet. Die Bauer-Manager hoffen, dass sie mit ihrem Modell Zweifel am Härtegrad der verkauften Auflage, mit denen Springers "TV Digital" am Anfang zu kämpfen hatte, vermeiden können. Seitdem keine neuen Vertriebspartner mehr hinzugekommen sind, stagniert die verkaufte Auflage des 14-täglichen Titels nach rasantem Start zwischen 1,8 und 1,9 Millionen Heften.

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