Steve Burch wirft bei Virgin Media das Handtuch

Mittwoch, 22. August 2007
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Steve Burch, Vorstandsvorsitzender des britischen Kabelnetzanbieters Virgin Media, hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Burch kehre aus "familiären Gründen" in die USA zurück, teilte das Unternehmen mit. Ein wichtiger Grund für Burchs Ausscheiden dürfte auch die Kritik an seiner Strategie gewesen sein. So hatte sich zuletzt etwa Virgin-Großaktionär Richard Branson unzufrieden mit der Entwicklung des Konzern gezeigt. Der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Neil Berkett übernimmt kommissarisch den Chefposten, bis ein Nachfolger für Burch gefunden ist.

Der US-Amerikaner kam im Januar 2006 vom US-Kabelriesen Comcast zum britischen Kabelkonzern, der damals noch NTL hieß. Unter Burchs Führung kaufte NTL den Rivalen Telewest sowie den Mobilfunkanbieter Virgin Mobile und benannte sich in Virgin Media um.

Das Unternehmen bietet Fernsehen, Internet, Telefon und Mobilfunk aus einer Hand an. Im Preiskampf mit dem Hauptkonkurrenten BskyB gingen zuletzt aber immer mehr Marktanteile verloren. Allein im letzten Quartal kehrten 70.000 Kunden Virgin Media den Rücken.

Für den hoch verschuldeten Kabelkonzern interessieren sich eine Reihe von Finanzinvestoren. Unter anderem hat die US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle 23 Milliarden Dollar für Virgin Media geboten. Die Turbuzlenzen an den Finanzmärkten haben einen Verkauf aber bisher verhindert. bn



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