Steuerzahlerbund kritisiert Kampagne von ARD und ZDF

Donnerstag, 07. Februar 2013
ARD und ZDF werben derzeit bundesweit mit Plakaten und Spots für ihr Programm
ARD und ZDF werben derzeit bundesweit mit Plakaten und Spots für ihr Programm

Die gemeinsame "Wir sind..."-Kampagne von ARD und ZDF stößt beim Bund der Steuerzahler auf heftige Kritik: Verbandspräsident Reiner Holznagel sieht in der Marketing-Offensive eine Verschwendung von Steuergeldern und fordert die Offenlegung des Mediavolumens. Die Bürger hätten einen Anspruch darauf zu erfahren, was mit ihrem Geld passiere und wie hoch der Anteil der Beitragseinnahmen ist, der für Werbezwecke verwendet wird, so Holznagel gegenüber "Handelsblatt Online". "Die Sender müssen transparent machen, was mit den ihnen überlassenen Geldern passiert." ARD und ZDF werben derzeit mit 30-sekündigen Imagespots sowie Plakaten für ihr Programm und den neuen Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro, den jeder Haushalt seit Beginn des Jahres zahlen muss. Die Kampagne soll noch das ganze Jahr fortgesetzt werden.

Gegen die Einführung der Paschalabgabe pro Haushalt  unabhängig von der Anzahl der Geräte hatte sich von Anfang an heftiger Widerstand formiert. Bürger klagten über die "Zwangsabgabe", Unternehmen und Kommunen über erhebliche finanzielle Mehrbelastungen. Holznagel kann die Kritik nachvollziehen - und hofft nun auf eine "grundsätzliche und offene Debatte" über die Rundfunkfinanzierung in Deutschland.

Zuletzt hatte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor die Gebühr verteidigt, aber Nachbesserungen am Rundfunkbeitrag in Aussicht gestellt. ire
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