Stern.de beerdigt Social Reader auf Facebook

Freitag, 04. Januar 2013
So begründet Stern.de die Einstellung seines Social Readers
So begründet Stern.de die Einstellung seines Social Readers
Themenseiten zu diesem Artikel:

Facebook Sinnhaftigkeit


Als Stern.de vor einem knappen Jahr seinen Social Reader auf Facebook einführte, entbrannte eine heftige Debatte über die Sinnhaftigkeit solcher Angebote. Der Umstand, dass Facebook-Nutzer Beiträge von Stern.de seit dieser Zeit nicht mehr auf der Webseite des G+J-Magazins, sondern komplett auf Facebook lesen können, lies so manchen Experten an dem Modell zweifeln. Zumal das Online-Magazin mit dem Verzicht auf Reichweite auch Vermarktungspotenzial herschenkte. Für Stern.de hat sich das Experiment offenbar tatsächlich nicht gelohnt. Heute wurde die Einstellung des Social Readers verkündet. Eine Entscheidung, die - wie man es auf Facebook gewohnt ist - sehr kontrovers diskutiert wird. "Es war anregend, aufregend und mitunter auch Gemüter erregend. Eben so, wie es sich für ein gutes Projekt gehört. Adieu, Social Reader", verkündet Stern.de auf seiner Facebook-Seite, um das Aus für den Service dann im Detail zu begründen. So hätten zwar viele Nutzer das Tool begeistert genutzt, allerdings seien auch zahlreiche Leser von dem Social Reader genervt gewesen, heißt es in dem Post auf Facebook. Der wirklich ausschlaggebende Grund - nämlich der offenbar ausbleibende Multiplikatoren-Effekt - wird aber erst weiter unten genannt. "Viele von Ihnen lesen zwar dort ihre Nachrichten, kaum jemand aber hat das automatische Teilen der Nachrichten genutzt", erklärt Stern.de. Wer bloß Nachrichten lesen wolle, solle dafür künftig doch wieder die normale Stern.de-Webseite besuchen.

Eine Begründung, die so manchen Facebook-Fan in Rage bringt. "Den Usern auch noch Vorwürfe zu machen, sie hätten bloß gelesen und nix geteilt ist selten dämlich", schimpft einer der zahlreichen Kommentatoren. "Das alles klingt wirklich nach einen beleidigten Kind: Du böser Leser teilst nicht, machst damit unsere Werbestrategie kaputt und daher gehen wir jetzt - PÖ!", kritisiert ein anderer.

Stern.de bemüht sich derweil nach Kräften, die Wogen zu glätten. "Das ist weder ein Vorwurf noch eine Wertung. Sondern ein Ergebnis, aus dem wir unsere Konsequenzen gezogen haben", kontern die Verantwortlichen des Online-Magazins. Verlage müssten wie jedes andere Unternehmen auch Neues testen und ausprobieren. Das könne auch mal die Einstellung eines Produktes zur Folge haben. "Social Reading in dieser Form hat sich aus unserer Sicht nicht durchgesetzt - also werden wir unsere Kraft und Ideen, unsere Kreativität und Inspiration in andere Produkte stecken", heißt es in dem Post.  mas
Meist gelesen
stats