"Stern" unterliegt vor Gericht gegen "Bunte"

Freitag, 27. Mai 2011
Freut sich über das Urteil: Patricia Riekel
Freut sich über das Urteil: Patricia Riekel

Sieg für die "Bunte" gegen den "Stern": Das People-Magazin von Hubert Burda Media hatte eine Unterlassungsklage gegen den Konkurrenten von Gruner + Jahr eingereicht, nachdem der "Stern" über die Recherchemethoden der Bild- und Presseagentur CMK im Auftrag der "Bunten" berichtet hatte. Die Agentur hatte prominenten Politiker wie Franz Müntefering oder Horst Seehofer nachgestellt. Über die Frage, ob die "Bunte" über die fragwürdigen Methoden der Agentur informiert war, entbrannte daraufhin ein Streit zwischen den beiden Magazinen, der schließlich vor Gericht ging. Nach Ansicht der "Bunten" hatte hatte der "Stern" in einem Artikel in Ausgabe 09/2010 "durch tendenziöse Formulierungen den Eindruck erweckt, Bunte wäre über angebliche unlautere und nicht journalistische Recherchemethoden der von ihr beauftragten Bild- und Presseagentur CMK informiert gewesen. Diesen Vorwurf hatte "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel immer zurückgewiesen. Das Landgericht Hamburg hat der Klage der "Bunten" auf Unterlassung nun entsprochen. "Damit hat ein deutsches Gericht festgestellt, dass der Stern seine Diffamierungen gegenüber Bunte nicht wiederholen darf. Der Stern ist in allen Klagepunkten unterlegen, weil er seine diffamierenden Behauptungen nicht beweisen konnte", kommentiert Chefredakteurin Riekel das Urteil. Durch seine Berichterstattung habe der Wettbewerber "vorsätzlich großen Schaden angerichtet."

"Stern"-Chefredakteur Thomas Osterkorn hatte dagegen betont, die Recherchen seines Magazins hätten sich zunächst nicht gegen den Konkurrenten aus München gerichtet. Die "Stern"-Reporter seien zunächste der Frage nachgegangen, wer Linken-Politiker Oskar Lafontaine ausspioniert hatte. Dabei sei man auf die "Bunte" als Auftraggeber von CMK gestoßen. Die geschilderten Recherchemethoden der Agentur CMK wurden durch das Gericht inhaltlich auch nicht beanstandet. Ob der "Stern" gegen das Urteil Berufung einlegt, ist nicht klar. dh
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