"Stern"-Ableger: G+J schärft "View" und baut "Nest"

Donnerstag, 24. April 2008
Die neue "View" erscheint am kommenden Samstag
Die neue "View" erscheint am kommenden Samstag

Gruner + Jahr relauncht mal wieder sein monatliches Bildermagazin "View". Dies bestätigt der Verlag auf HORIZONT-Anfrage. Mit der Mai-Ausgabe, die am Samstag dieser Woche erscheint, kommt das Heft in einem größeren Format à la "Gala" daher, mit Rückenstichheftung - und mit einem abermals veränderten Konzept: Die Optik soll opulenter werden, konsequenter als zuletzt will man Geschichten mittels Fotos erzählen. Damit - und mit dem Untertitel "Die besten Bilder des Monats" - kehrt "View" zu seinen Wurzeln zurück, denn mit dieser Positionierung war der "Stern"-Ableger im Oktober 2005 gestartet. Danach trug das Cover den Untertitel "Bilder, die man nicht vergisst", zuletzt firmierte das Blatt als eher aktuell statt monatsrückblickend ausgerichtetes "Nachrichtenmagazin in Bildern". Trotz aller Positionierungsversuche kommt die verkaufte Auflage (IVW 1/2008: 109.570 Hefte) nicht vom Fleck; die Zielmarke liegt bei 150.000 Stück.

Da das Heft von der "Stern"-Redaktion quasi nebenbei produziert wird, dürfte "View" seine Kosten bereits jetzt refinanzieren - allerdings, bei der bestehenden Auflage, wohl ohne große Gewinnphantasie. Vor diesem Hintergrund läuft die Suche nach einem neuen Redaktionschef weiter: Tom Jacobi, bisher in Personalunion Art Director des "Stern" und Chef von "View", wird G+J bekanntlich verlassen. Nach HORIZONT-Informationen erwägt die "Stern"-Chefredaktion, die beiden Jacobi-Posten auf zwei Personen zu verteilen. In diesem Fall könnte Hans-Peter Junker, Leiter der "Stern"-Nachrichtenredaktion und stellvertretender "View"-Redaktionsleiter, beim Monatsblatt aufrücken. Unklar ist weiterhin, wer Jacobi auf dem wichtigen "Stern"-Posten nachfolgt.

Fortschritte gibt es derweil bei der Entwicklung eines weiteren "Stern"-Ablegers - einer Art "Neon" für Erwachsene über 35 Jahre, die in punkto Lebensphase und -gefühl "Neon" hinter sich gelassen haben, die dabei sind, sich beruflich zu etablieren und in der Familienplanung stecken. Über dieses Projekt (Arbeitstitel: "Nest"), an dem die Münchner "Neon"-Redaktion arbeitet, hat HORIZONT bereits im Oktober 2007 berichtet.

Eine erste Marktforschungsrunde verlief offenbar vielversprechend, nun folgt eine zweite. Der Titel könnte noch in diesem Herbst auf den Markt kommen, heißt es bei G+J. Ebenfalls getestet wird, ob das Heft als erster Ableger von "Neon", als weitere Line Extension des "Stern" oder unabhängig von beiden unter einem ganz neuen Namen erscheinen sollte. Mit dem Projekt versucht G+J, den Auflagenerfolg von "Neon" altersmäßig nach oben fortzuschreiben.
Meist gelesen
stats