Stephan Scherzer: Verlage haben mit Paid Content "fast zu lange gewartet"

Donnerstag, 19. Juli 2012
VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer sieht eine "große Dynamik" bei Paid Content
VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer sieht eine "große Dynamik" bei Paid Content
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Der neue VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer sieht gute Chancen für die deutschen Verlage, künftig auch im Internet gutes Geld zu verdienen. Die Leser und Nutzer in Deutschland seien bereit, für Inhalte auch zu bezahlen. Die Branche habe daher mit Paid-Content-Modellen "fast zu lange gewartet". Im Gegensatz zu den USA sei das Printgeschäft viel stabiler, sagte Scherzer, seit Januar Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Beim Aufbau digitaler Angebote im Internet hätten die Verleger vergessen, "dass in Deutschland eine komplett andere Sozialisierung für das Bezahlen von Inhalten bei den Usern existiert und die stabilsten Marken sowohl Anzeigen- als auch Leser-Umsätze aufweisen", sagt Scherzer, der für den Verlag IDG mehrere Jahre lang in den USA tätig war. 

Die Branche habe daher mit Bezahlmodellen wie Paid Content oder kostenpflichtigen Apps "fast zu lange gewartet, aber seit 2010 erleben wir eine große Dynamik". Allerdings müsse man auch die "digitale Mechanik" verstehen: "Das bedeutet vor allem mehr Agilität." Als Vorbild für die deutschen Verlage könne der britische "Economist" dienen.

Auch E-Commerce solle für die hiesigen Zeitschriftenverlage kein Tabu sein, um sich neue Erlösquellen zu erschließen, meint Scherzer. Das grundsätzliche Problem im Internet sei aber, dass die Umsätze "noch nicht so stabil genug sind, wie es notwendig wäre, um die Technik weiter aufzurüsten oder eine hochqualifuzierte Redaktion zu finanzieren". Allerdings "hat es auch in Print oft Jahre bis zum Return of Invest gedauert." dh
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