Stellenabbau bei Springer und Gruner + Jahr

Mittwoch, 19. September 2001

In Berliner Verlagen geht zurzeit das Gespenst des Stellenabbaus um. So dringen aus dem Axel-Springer-Verlag Gerüchte, dass bei der "Berliner Morgenpost" vor allem der Lokalteil von Sparmaßnahmen betroffen sei: Allein bei den Freien könnte die Hälfte der Autoren von den Einsparungen betroffen sein. Angeblich soll ein Viertel des Lokalteilumfangs eingespart werden. Damit dürfte sich auch das Konzept der bislang acht "Lokalanzeiger" für die einzelnen Bezirke erledigt haben.

Wie zu hören ist, würden 15 Prozent des Honorarfonds des Blattes gestrichen. Zahlen will Verlagssprecherin Carola Schmidt zwar nicht nennen, bestätigt indes "ein striktes Kostenmanagement im Gesamtunternehmen". Dabei würden auch die Lokalausgaben der "Berliner Morgenpost" unter die Lupe genommen. "Hier gibt es um Umstrukturierungen, die zu Veränderungen beim Honorarvolumen führen." Beim "Berliner Kurier" wird das neue Redaktionssystem zu einem Stellenabbau führen. Der Betriebsrat des Berliner Verlages spricht von mehr als zwölf Stellen.

"Für das neue System und die Stärkung des Blatts nimmt Gruner + Jahr Millioneninvestitionen in die Hand", sagt Chefredakteurin Caroline Methner, die sich nicht zu Zeiträumen äußern möchte. Sie bestätigt aber, dass die genannten Zahlen realistisch seien. Es gebe "drei Formen des Personalumbaus": Vorruhestand, Umsetzungen sowie "die eine oder andere Entlassung".
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