Stefan Raab will beim Kanzlerduell "keinen aus der Tradition herausprügeln"

Freitag, 22. März 2013
"Trete nicht an, um den Rahmen zu sprengen": Stefan Raab
"Trete nicht an, um den Rahmen zu sprengen": Stefan Raab


Stefan Raab hat nicht vor, das TV-Duell der Kanzlerkandidaten völlig umzukrempeln: "Ich werde den Teufel tun und sagen, ihr habt die ganze Zeit nur Mist gemacht und ich weiß genau wie es geht", sagte der Moderator im Interview mit dem "Handelsblatt". Allerdings denke er immer über Verbesserungsmöglichkeiten nach. Stefan Raab hat sich erstmals zu seiner Teilnahme am TV-Duell der Kanzlerkandidaten geäußert: "Ich versuche zu machen, was ich für richtig halte", sagte der Moderator und Produzent gegenüber dem "Handelsblatt". Er habe aber nicht vor, "den Rahmen dermaßen zu sprengen, dass die Kandidaten das Studio fluchtartig verlassen". Mit einer Revolution bei der gemeinsamen Sendung von ARD, ZDF, RTL und Pro Sieben Sat 1 ist also nicht zu rechnen.

Allerdings will Raab gerne eigene Ideen in das Duell einbringen: "Ich möchte da keinen aus der Tradition herausprügeln. Aber grundsätzlich denke ich immer darüber nach, wo es Optimierungspotenzial gibt, und bin bereit, Vorschläge zu machen." Bislang sei er aber "gedanklich noch nicht ins Detail vorgedrungen". Die Gespräche mit den anderen Beteiligten würden erst beginnen.

Respekt vor dem gemeinsamen Auftritt mit den journalistischen Aushängeschildern von ARD, ZDF und RTL scheint Raab nicht zu haben: "Ich habe mir das letzte Duell schon im Internet angeguckt. Da war nichts dabei, was mich intetellektuell überfordert hätte."

Die Kritik an seiner eigenen politischen Talkshow "Absolute Mehrheit" sieht der Moderator gelassen: "Der einzige Einwand, den ich nachvollziehen kann, ist, dass für das ein oder andere Thema zu wenig Zeit da ist. Hier haben wir auch schon ein paar Details verändert. Ich finde es aber gerade wichtig, dass wir eine multithematische Sendung machen."

Bei vielen anderen Talkshows habe man nach einer Viertelstunde das Gefühl, dass alles zu einem Thema gesagt ist. "Das will ich vermeiden. Die Sendung ist da, um die Leute für Politik zu interessieren. Unsere Rolle sehe ich darin, ihnen möglichst viele Aufgaben mit auf den Weg zu geben, mehrere Themen anzubieten, die Denkanstöße auslösen können. Mehr kann Fernsehen gar nicht leisten." dh
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