Statt ZAS: Nielsen liefert monatliche Anzeigenseiten- und Umsatzstatistik

Montag, 10. Januar 2011
VDZ-Man Alexander von Reibnitz
VDZ-Man Alexander von Reibnitz

Es ist soweit: Die Zeitschriftenverlage schaffen ihre Zentrale Anzeigenstatistik (ZAS) in der bisherigen Form ab und ersetzen die eigene Seitenzählerei ab diesem Januar durch Daten der Werbestatistik des Marktforschungsinstituts Nielsen Media Research. Im vergangenen Sommer hatte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) diesen Schritt beschlossen; bereits im Juli 2010 waren entsprechende Pläne bekannt geworden. Die Veröffentlichung erfolgt künftig weiter über das VDZ-Portal PZ-Online, nun Mitte des Folgemonats. Die Daten werden ausgabenbezogen und einmal im Monat kumuliert ausgewiesen. Pro Titel und Segment werden Anzeigenvolumen (Seiten), Beihefter (Seiten) und - das ist neu - der Bruttowerbeumsatz veröffentlicht. Die ZAS-Erfassungsregeln werden durch die Nielsen-Systematik abgelöst. Für Vorjahresvergleiche werden die Nielsen-Daten, soweit vorhanden, rückwirkend ab 2008 bereitgestellt.

Ziel der Umstellung und der Kooperation zwischen VDZ und Nielsen ist zum einen die Vereinheitlichung der Daten zur Marktentwicklung - vor allem aber die Reduzierung des Erfassungsaufwandes für die Verlage. Für seine Bruttowerbestatistik zählt Nielsen die Anzeigenseiten sowieso; bisher haben die Verlage dies für ihre ZAS selber gemacht. Dies können sie sich nun sparen. Verantwortlich auf Seiten des VDZ ist Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Anzeigen und Digitale Medien.

Allerdings darf man davon ausgehen, dass die Relevanz dieser Daten – Anzahl der gedruckten Anzeigenseiten – eher abnehmen wird, wenn künftig auch die Bruttowerbeerlös-Statistik bequem monatlich zur Verfügung steht. Denn diese multipliziert die Seitenanzahlen mit den offiziellen Anzeigenpreisen der Titel und geht damit einen Schritt weiter in Richtung Marktgeschehen. Offizielle und inoffizielle Rabatte, Provisionen, Gegengeschäfte und Eigenanzeigen sind allerdings in der Nielsen-Statistik nicht herausgerechnet, so dass auch diese eher über den Werbedruck informiert als über die Werbeerlöse der Medien. rp
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