Start des neuen Tagesschau-Studios verzögert sich

Mittwoch, 05. Dezember 2012
Die "Tagesschau" bekommt ein neues Studio. Der Starttermin ist indes noch unsicher
Die "Tagesschau" bekommt ein neues Studio. Der Starttermin ist indes noch unsicher
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ARD NDR Kai Gniffke Bild-Zeitung Martin Gartzke Deutschland



Das neue Studio für das ARD-Nachrichtenflaggschiff "Tagesschau" wird offenbar teurer als vorgesehen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Insider. Zudem wird das Studio wegen Problemen mit der neuen Technik wohl erst später in Betrieb gehen als geplant. Die ARD weist den Bericht zurück: Das Budget werde aus heutiger Sicht eingehalten, beim Eröffnungstermin gehe Genauigkeit vor Schnelligkeit. Ursprünglich sollte das neue "Tagesschau"-Studio pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum des Nachrichtentankers im Dezember auf Sendung gehen, schreibt die "Bild". "Ende des Jahres nehmen wir unser umgebautes Studio in Betrieb", kündigte "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke im Frühjahr in Tagesschau-Blog an. Doch offenbar passiert nun, was es bei technisch komplexen Großprojekten häufig passiert: Der ursprünglich anvisierte Starttermin ist wohl nicht mehr zu schaffen, die Kosten dagegen werden höher als geplant.

Laut "Bild" wurden über 20 Millionen Euro für das neue Studio inklusive modernster Technik wie Touchscreens und einer 20 Meter langen Monitorwand veranschlagt. Am Ende könnte das Studio bis zu 40 Millionen Euro teuer werden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider. Derzeit gebe es noch massive Probleme mit der Technik: "Die gelieferte Software funktioniert in der Anwendung genauso wenig wie das Zusammenspiel zwischen Studiotechnik und Grafik. Damit war nicht zu rechnen. Das ist alles nicht havariefest", zitiert das Blatt einen leitenden Mitarbeiter der ARD. Große Probleme gäbe es auch mit den neuen Touchscreens.

Der NDR habe sogar eigens Techniker anderer ARD-Rundfunkanstalten einfliegen lassen, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Vermutlich wird das neue Studio nun erst im April in Betrieb gehen.

Der für ARD Aktuell zuständige Norddeutsche Rundfunk reagiert gelassen auf den Bericht der "Bild". Das Studio werde nicht zum 60. Geburtstag der "Tagesschau" erneuert, "sondern weil die vorhandene Technik, die Funktionalität und das Design für Deutschlands erfolgreichste Fernseh-Nachrichtensendung nicht mehr zeitgemäß sind und nach mehr als 13 Jahren erneuert werden müssen." Im Budget sei für die Erneuerung des Tagesschau-Studios die Summe von 23,8 Millionen Euro vorgesehen. "Dieser Kostenrahmen wird aus heutiger Sicht eingehalten", betont NDR-Sprecher Martin Gartzke.

Zu den angeblichen Terminschwierigkeiten sagt der Sprecher, der 26. Dezember als Starttermin "wurde ausschließlich von der Bild-Zeitung behauptet, wir selbst haben aus guten Gründen bislang keinen solchen Termin gesetzt. Es gibt keinerlei Zeitdruck, Genauigkeit geht vor Schnelligkeit." Allerdings räumt Gartzke ein, dass im jetzt begonnenen Probebetrieb nicht alles rund läuft. "Es zeichnet sich ab, dass das Studio deshalb nicht ganz so schnell auf Sendung gehen wird, wie die Beteiligten sich das wünschten." Angesichts einer geplanten Nutzungsdauer von mindestens zehn Jahren sei es aber "unerheblich", ob das neue Studio einige Zeit früher oder später startet. dh
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