Staatsanwaltschaft prüft Kebekus-Video "Dunk den Herrn"

Dienstag, 18. Juni 2013
Der WDR wollte das provokative Video nicht zeigen
Der WDR wollte das provokative Video nicht zeigen


Das kirchenkritische Video "Dunk den Herrn" könnte für die Komikerin Carolin Kebekus ein juristisches Nachspiel haben. Nachdem die erzkonservative Piusbruderschaft zu Massenanzeigen aufgerufen hatte, sind bei der Staatsanwaltschaft Köln mittlerweile mehrere Anzeigen eingegangen. Die prüft nun, ob das Video den Straftatbestand der Beschimpfung von Religionsgesellschaften erfüllt. Auf Youtube wurde "Dunk den Herrn" mittlerweile über 880.000 mal angeschaut. Am Wochenende hatte der provokative Film, in dem Kebekus als rappende Nonne unter anderem ein Kruzifix ableckt, die Piusbruderschaft auf den Plan gerufen. Die erzkatholische Priestervereinigung sieht durch den "Verhöhnungs-Song" Paragraph 166 StGB verletzt (Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen) und ruft auf ihrer Homepage zu Anzeigen gegen Kebekus und ihr Management auf - inklusive eines Textvorschlags für Strafanzeigen.

Zu massenhaften Anzeigen hat der Aufruf zwar nicht geführt, bei der Staatsanwaltschaft Köln sind aber immerhin zehn Anzeigen eingegangen. Die prüft nun, ob das Video geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, was Voraussetzung für die Einleitung eines Verfahrens nach Paragraph 166 wäre.

Das Video sollte ursprünglich in der Sendung "Kebekus" ausgestrahlt werden, die der WDR für den ARD-Digitalsender Einsfestival produziert hat. Der WDR hatte die Ausstrahlung allerdings abgelehnt. Die Komikerin hatte dem Sender bei einem Auftritt bei "TV Total" daraufhin indirekt Zensur vorgeworfen. dh
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