Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Krapf und Christmann

Donnerstag, 10. Januar 2008
In Erklärungsnot: Martin Krapf ...
In Erklärungsnot: Martin Krapf ...

Die Staatsanwaltschaften in München und Köln haben Ermittlungsverfahren gegen die Vermarktungschefs der führenden deutschen TV-Unternehmen eingeleitet. Bestechung lautet der Vorwurf gegen Martin Krapf, Geschäftsführer des RTL-Werbezeitenverkäufers IP Deutschland, sowie gegen Peter Christmann, Vorstand Marketing und Verkauf von Pro Sieben Sat 1 Media.
... und Peter Christmann
... und Peter Christmann
  Auch führende deutsche Mediaagenturchefs sollen dabei eine Rolle spielen. Unbestätigten Gerüchten zufolge laufen auch hier erste Ermittlungsverfahren. Der Hintergrund: Im Herbst hatte das Kartellamt ein Verfahren gegen die Vermarkter IP Deutschland und Seven-One Media gegen Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von insgesamt 216 Millionen Euro eingestellt.

Im Fokus standen vor allem Sharedeals und rückwirkende Rabatte, die nach Ansicht der Wettbewerbshüter eine Sogwirkung zulasten kleinerer Anbieter hatten. Beide Vermarkter haben daraufhin ihre Rabattmodelle überarbeitet.

Nach Abschluss der Untersuchung hatte das Kartellamt Unterlagen, die im Sommer bei beiden Vermarktern sowie fünf großen Mediaagenturen beschlagnahmt worden waren, an die zuständigen Staatsanwaltschaften weitergeleitet. So kamen die jetzigen Ermittlungsverfahren in Gang.

Im Augenblick sammeln die Staatsanwälte nur Informationen. Ob ein Verfahren eröffnet wird, ist noch offen. IP-Chef Martin Krapf: "Wir arbeiten mit der Staatsanwaltschaft kooperativ zusammen."
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