Springers Magazinprojekt Objektiv: Konkurrenz für Vanity Fair & Co?

Montag, 26. Februar 2007

Die Richtung von Axel Springers Projekt mit dem Entwicklungsnamen "Objektiv" steht noch nicht endgültig fest. Unter dem ehemaligen Burda-Manager und "Bunte"-Mann Philipp Welte, der erst seit 15. Januar 2007 bei Axel Springer als Geschäftsführer der Tochter Axel Springer News für das Projekt zuständig ist, soll erst in den nächsten Monaten die endgültige Linie für das Magazin festgezurrt werden. Ziel von Axel Springer News ist die Entwicklung eines multimedialen aktuellen Magazins. Springer kommentiert Medienberichte nicht, nach denen die Zeitschrift in einer Millionenauflage sonntags erscheinen und damit den schon jetzt von Springer mit "Bild am Sonntag" und "Welt am Sonntag" dominierten Vertriebsmarkt erweitern soll. Medienberichte sprechen zudem von einer thematischen Mischung aus "Stern" und Focus" einerseits und "Bunte" und "Gala" andererseits. Das würde auf eine Nische hindeuten, die derzeit auch Condé Nast mit dem ambitionierten Launch von "Vanity Fair" zu erschließen versucht. Zum Zeitrahmen macht Springer keine Angaben.

Das Projekt ist eigentlich eine Weiterentwicklung von "Test Bild". Die Zeitschrift war unter Harald Kuppek mit einer 30-köpfigen Entwicklungsredaktion in Hamburg angeschoben worden. Nach Kuppeks Abgang ist die Stimmung in der Hansestadt durchwachsen. Die Redakteure stehen der Fortentwicklung skeptisch gegenüber. Auch die Einschaltung der Berliner Designagentur Kircher Burkhardt hat das Team nicht begeistert aufgenommen.

Redaktionell beratend steht dem Projekt seit Kuppeks Ausscheiden Christoph Keese zur Seite. Der Chefredakteur der "Welt am Sonntag" und Vorsitzender des Chefredakteursgremiums der Mammutredaktion von "Welt", "Welt am Sonntag", "Welt Kompakt" und "Berliner Morgenpost", ist ein ausgewiesener Nachrichtenmann. Die Personalie legt den Gedanken nahe, dass Springer mit seinem Projekt auch in punkto nachrichtliche Relevanz punkten will.pap
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