Springer will mit verschlankter "B.Z." Leser im Osten Berlins gewinnen

Dienstag, 13. April 2010
-
-

Axel Springer will seine Position auf dem Berliner Zeitungsmarkt stärken. Ab dem kommenden Montag bringt der Medienkonzern eine verschlankte Version der Boulevard-Zeitung "B.Z." für 40 Cent heraus. Dies bestätigt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von HORIZONT.NET. Das Projekt unter dem Label "B.Z. am Abend" ist ein zeitlich unbegrenzter Markttest in den drei Ost-Berliner Bezirken Hellersdorf, Marzahn und Hohenschönhausen. "Der Test hat das Ziel, neue Lesergruppen anzusprechen", heißt es in einer offiziellen Unternehmensmitteilung. Traditionell dominiert im Osten der Hauptstadt vor allem der Titel "Berliner Kurier" des Kölner Verlags M. DuMont Schauberg.

Als Frontalangriff auf den Rivalen will Springer das Projekt dennoch nicht verstanden wissen. Es gehe lediglich darum, neue Leserpotenziale auszuloten. Zudem sei eine räumliche Ausweitung des Tests über die drei Bezirke hinaus nicht geplant. So harmlos sieht man das Projekt bei DuMont aber offenbar nicht. Immerhin trug der "Berliner Kurier" vor dem Mauerfall noch den Titel "BZ am Abend". Branchengerüchten zufolge diskutiert die Verlagsspitze des Kölner Medienhauses bereits über geeignete Gegenmaßnahmen.

Laut IVW hat die "B.Z." im 4. Quartal 2009 eine verkaufte Auflage von rund 167.000 Exemplaren erzielt. Der "Berliner Kurier" meldet knapp 113.000 Verkäufe. bn
Meist gelesen
stats