Springer weiter auf Rekordkurs

Mittwoch, 10. November 2010
Döpfner rechnet mit Rekordjahr
Döpfner rechnet mit Rekordjahr

Erneut kann Axel Springer einen Rekord vermelden. In den ersten neun Monaten des Jahres erzielte Europas größter Zeitungskonzern ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 385,5 Millionen Euro - der bislang höchste Wert, den Springer in einem Neun-Monats-Zeitraum erzielt hat und 45,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.  Der Konzernüberschuss lag bei 257,6 Millionen Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 317 Millionen Euro. Hier wirken sich vor allem Beteiligungsveräußerungen, die den Gewinn im Vorjahreszeitraum gepusht haben, aus. Der Umsatz ist dagegen durch Zukäufe und dank der konjunkturellen Erholung um 10 Prozent auf rund 2,08 Milliarden Euro gestiegen, bereinigt um die Effekte durch das veränderte Portfolio um 2,3 Prozent. Angesichts der positiven Entwicklung bestätigt der Vorstand um Springer-Chef Mathias Döpfner die Prognose und rechnet mit einem deutlichen Umsatzanstieg für das Gesamtjahr sowie einem Ebitda in der Größenordnung des Allzeithochs aus dem Jahr 2008, als es bei 486,2 Millionen Euro lag.

Springer profitiert von einem deutlichen Anstieg der Werbeerlöse, vor allem bei den digitalen Medien, die kummuliert mittlerweile 24,3 Prozent zum Umsatz beisteuern. Die Werbeerlöse stiegen um 21,4 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Krisenjahres 2009 auf 965,9 Millionen Euro. Das klassische Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft kann davon jedoch kaum profitieren, auch wenn es - nicht zuletzt dank der Protfoliobereinigungen der vergangenen zwei Jahre - hoch profitabel bleibt.

Das Segment Zeitungen National, zu dem "Bild"- und "Welt"-Gruppe gehören, erzielt eine Ebitda-Rendite von 26,3 Prozent und ein Ebitda von 230,3 Millionen Euro. Die Werbeerlöse lagen mit 389,5 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Die Vertriebserlöse sanken jedoch um 2,6 Prozent auf 463 Millionen Euro. Damit sank der Segmentumsatz insgesamt um 1,9 Prozent.

Bei den Zeitschriften National ergibt sich ein ähnliches Bild: Die Ebitda-Rendite liegt bei 22,2 Prozent, das Ebitda bei 78,6 Millionen Euro, der Umsatz ist jedoch um 8,3 Prozent auf 354,4 Millionen Euro gesunken. Bereinigt um den Verkauf der Frauen- und Jugendzeitschriften sowie der Finanz- und Wirtschaftstitel liegt der Rückgang nur noch bei 2,3 Prozent. Sowohl Werbe- als auch Vertriebserlöse sind gesunken.

Die Digitalen Medien haben das rückläufige Segment Zeitschriften National als Springers zweitwichtigstes Standbein abgelöst. Der Umsatz liegt nach Zukäufen von Stepstone und Digital Window bei 310,1 Millionen Euro - 62,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die bestehenden Aktivitäten legten zu. Dabei kommt das Wachstum sowohl von den Content-Portalen als auch von den zum Teil wenig mediennahen Online-Marktplätzen. Das Ebitda liegt bei 56,1 Millionen Euro, die Ebitda-Rendite bei 11,1 Prozent.

In den Aktivitäten Print International ist erstmals das Joint Venture mit Ringier einbezogen. Diese Geschäftserweiterung hat maßgeblich zu dem Umsatzanstieg um 19,4 Prozent auf 268,5 Millionen Euro beigetragen. Konsolidierungsbedingt ist der Umsatz um 5 Prozent gestiegen. Das Ebitda ist erheblich von 3,1 Millionen auf 34,8 Millionen Euro gestiegen.

Angesichts der guten Lage verfügt Springer über eine ausgesprochen positive finanzielle Situation: Der Konzern ist schuldenfrei und verfügt über eine Netto-Liquidität von 39 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 48,8 Prozent. pap
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