Springer verkauft "Euro"

Donnerstag, 20. Mai 2010
Frank B. Werner übernimmt die Wirtschaftstitel
Frank B. Werner übernimmt die Wirtschaftstitel

Die Entscheidung ist gefallen. Nachdem Axel Springer Anfang der Woche bereits den Verkauf von Wallstreet Online verkündet hat, ist nun auch der Verkauf von "Euro" und "Euro am Sonntag" unter Dach und Fach. Der bisherige Geschäftsführer Frank B. Werner übernimmt die Wirtschaftstitel im Rahmen eines Management Buy-Outs. Werner war mehrfach als potenzieller Erwerber gehandelt worden. Springer hatte seit Monaten nach einem Käufer für seine schwächelnde Sparte Financial Media gesucht.

Auch das periodisch erscheinende Magazin "Fonds & Co." geht an Werner. Das Portal Finanzen.net bleibt als einziges aus dem Financial-Media-Portfolio bei Axel Springer. Der zweite, seit 1. Januar 2009 amtierende Geschäftsführer Felix Plog, soll noch bis zur Abwicklung des Buy-Outs bleiben. Danach wird er voraussichtlich neue Aufgaben im Konzern übernehmen. 

Finanzen.net soll auch weiterhin inhaltlich von den "Euro"- und "Euro am Sonntag"-Redaktionen bestückt werden. Perspektivisch dürfte Springer aber auch darüber nachdenken, das Portal näher an die "Welt"-Gruppe zu rücken. "Welt", "Welt am Sonntag", "Welt Kompakt" und "Berliner Morgenpost" sowie die Online-Portale werden schon jetzt aus einer gemeinsamen Redaktion heraus erstellt, die auch Finanzen.net mit bestücken könnte.

Der Verkauf der Financial-Media-Titel ist Teil von Springers Strategie, sich auf reichweitenstarke Titel zu konzentrieren. Springer hat bereits im März 2009 "Markt und Mittelstand" an die "FAZ" verkauft. Hartnäckig halten sich Gerüchte, Springer könnte sich auch von seinen Programmzeitschriften trennen und damit komplett auf das "Bild"-Portfolio und die "Welt"-Gruppe konzentrieren. Neben Deutschlands größter Tageszeitung "Bild" gehören dazu Ableger wie "Bild der Frau" und "Auto Bild". Als Käufer für die Programmies wurde unter anderem die WAZ gehandelt. pap
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