Springer strukturiert B.Z. erneut um

Donnerstag, 09. November 2006

Nach nur einem Jahr lockert Axel Springer die Anbindung der "B.Z." an die Zeitungsgruppe "Bild" wieder.Nun sollen die "B.Z." und die "B.Z. am Sonntag" in einer eigenen Verlagsgesellschaft erscheinen, die den Namen B.Z.-Ullstein GmbH trägt. Springers ehemaliges Hauptstadt-Flaggschiff war in den vergangenen Jahren erheblich ins Trudeln geraten. Im 3. Quartal 2000 verkaufte die Zeitung noch knapp 270.000 Exemplare und war damit die mit Abstand größte Zeitung Berlins. Im 3. Quartal 2006 waren es lediglich 191.310 Exemplare.

Springer hatte anfangs versucht, das Problem mit mehreren Chefredakteurswechseln zu lösen. Vor dem Amtsantritt des jetzigen Chefredakteurs Walter Mayer im November 2004, hatten Florian von Heintze, Georg Gafron und Franz Josef Wagner ihr Glück versucht. Im Rahmen der jetzigen Umstrukturierung sollen auch die "B.Z."-Titel künftig in einem gemeinsamen Newsroom produziert werden.

Springer erhofft sich von der Umstrukturierung wieder mehr Schlagkraft und hat unter anderem den in den vergangenen Jahren zurückgebauten Anzeigenverkauf wieder aufgestockt. Mit der Herauslösung der "B.Z." aus der Zeitungsgruppe Berlin und der Zuordnung zur "Bild" war die "B.Z." in die zweite Reihe gerückt.

An der Spitze der neuen Gesellschaft steht Wolfgang Saurin, der erst im Oktober die Verlagsgeschäftsführung von Ulrich Sens übernommen hatte. Saurin wird Geschäftsführer der B.Z.-Ullstein GmbH, in deren Beirat unter anderem Christian Nienhaus sitzen wird, Verlagsgeschäftsführer der Zeitungsgruppe "Bild". Nienhaus ist laut Springer der Initiator der neuen Verlagsgesellschaft. pap

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