Springer steigert Ergebnis und Umsatz

Mittwoch, 09. März 2005

Europas größtes Zeitungshaus Axel Springer rechnet 2005 mit einem leichten Umsatzuwachs. Eine nachhaltige Konjunkturerholung erwartet der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner spätestens 2006. "Ich bin das erste Mal seit fünf Jahren optimistisch", sagte er auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Berlin. Der Stellenmarkt als Frühindikator für eine Konjunkturerholung liegt laut Döpfner im Januar und Februar bereits mit einem deutlich einstelligen Zuwachs über Vorjahresniveau. "Auch bei den Unternehmen ist die Zeit der Anzeigenzurückhaltung vorbei", so Döpfner.

Axel Springer erzielte im Jahr 2004 einen Umsatz von 2,402 Milliarden Euro - ein leichtes Plus von 3,5 Prozent zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen stieg von 215,4 Millionen Euro auf 335,8 Millionen Euro. Abzüglich der Zahlungen in Höhe von 92,6 Millionen Euro, die das Verlagshaus aus dem Vergleich mit dem Münchner Medienmogul Leo Kirch erhalten hat, liegt das EBITA immer noch auf dem zweithöchsten Niveau der Unternehmensgeschichte. Für die positiven Zahlen macht Springer-Chef Döpfner unter anderem das seit über zwei Jahren laufende Sparprogramm verantwortlich. "Wir stellen weiterhin alles in Frage, was nicht unmittelbar unser Kerngeschäft berührt", sagt Döpfner. Der Personalbestand blieb mit rund 10700 Mitarbeitern im Jahresschnitt im Vorjahresvergleich jedoch konstant.

Im laufenden Jahr will Springer auch wieder einstellen. Während Springer den Umsatz im Zeitungsbereich mit Titeln wie dem Flaggschiff "Bild" um 3,3 Prozent auf 1.398 Milliarden Euro und das Ebita um 38 Prozent auf 251 Millionen Euro gesteigert hat, schwächelt die Zeitschriftensparte. Zwar ist auch hier der Umsatz um 2,9 Prozent auf 717 Millionen Euro gestiegen. Das operative Ergebnis von 10 Millionen Euro wird jedoch belastet von Anfangsinvestitionen in die zahlreichen Neugründungen, die Springer im Rahmen der Gründungsoffensive im In- und Ausland angeschoben hat. Im laufenden Jahr will Döpfner daher die Profitabilität der insgesamt 24 neuen Zeitschriften und auch Zeitungen steigern. In punkto verkaufte Auflage sind allein die deutschen Titel "TV Digital", "Frau von Heute", "Audio Video Foto Bild" und "Jolie" laut IVW bereits erfolgreich. Allein "TV Digital" verkauft mehr als 1,4 Millionen Exemplare und ist damit dir größte Neugründung 2004.

Zu den aktuellen Gerüchten. dass Springer mit der französischen Gratiszeitung "Metro" einen "Letter fo Intent" für den Start einer Gratiszeitung in Deutschland unterzeichnet hat, äußert sich Döpfner nicht. "Wir haben absolut kein Interesse daran, dass es in Deutschland Gratiszeitungen gibt. Aber wenn, dann werden wir eine aktive Rolle einnehmen", sagte er. Auch die Spekulationen, dass Springer seinen 11,5-prozentigen Anteil an Pro Sieben Sat 1 Media erhöhen will, kommentiert der Vorstandsvorsitzende nicht. Er bleibt bei seiner bisherigen Aussage, dass Springer die Beteiligung entweder verkaufen oder zu einer "strategischen Größe" weiterentwickeln will, die er auf einen Anteil ab 25,1 Prozent beziffert. pap
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