Springer startet kostenloses Wochenblatt / Zustellung mit der Deutschen Post

Freitag, 12. September 2008
Springer-Chef Mathias Döpfner: Neues Produktkonzept
Springer-Chef Mathias Döpfner: Neues Produktkonzept

Axel Springer bringt ab dem 20. September jeweils samstags eine kostenlose Wochenzeitung mit dem Titel "Berliner Morgenpost Wochenend-Extra" auf den Markt. Das Label "Gratiszeitung" weist der Konzern jedoch weit von sich. "Eine Gratiszeitung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie tagesaktuell ist, dass sie mehrmals pro Woche erscheint und aktiv sowie passiv an Pendler verteilt wird. Keines dieser Merkmale trifft auf unser Produkt zu", betont ein Unternehmenssprecher. Konzernchef Mathias Döpfner galt bisher als ein vehementer Gegner von Gratisblättern wie "Metro" und "20 Minuten". Daran habe sich auch nichts geändert, so der Sprecher: "Jeder Tag ohne Gratiszeitung in Deutschland ist ein guter Tag."

Springer will das Blatt als ein neues Produktkonzept verstanden wissen. Der Titel soll eine Zusammenfassung der Wochenereignisse liefern. Dazu werden redaktionelle Beiträge der "Berliner Morgenpost" (verkaufte Auflage: 147.000 Exemplare) zweitverwertet und die hauseigene Entwicklungs- und Serviceredaktion soll Nutzwertinhalte wie Veranstaltungstipps, das TV-Programm fürs Wochenende und wichtige Adressen beisteuern. Ziel dieses "Best-of-Blattes" ist es, neue Leser an die Kaufzeitung "Berliner Morgenpost" heranzuführen. Die Auflage des Wochentitels im Tabloid-Format umfasst rund eine Million Exemplare. Von den 16 Seiten Umfang sind in der ersten Ausgabe insgesamt 2 Seiten mit Anzeigen bestückt. Eine Launchkampagne ist nicht geplant.

Die Zustellung übernimmt die Deutsche Post. Dabei hatte sich Döpfner immer wieder gegen die Pläne der Post für eine Gratiszeitung ausgesprochen und das Unternehmen für das Scheitern seines Zustelldientes Pin Group verantwortlich gemacht. Der Unternehmenssprecher sieht darin jedoch keinen Widerspruch: "Wir nutzen die Post als Dienstleister, der unsere Zeitung an die Berliner Haushalte liefert. Das machen wir seit vielen Jahren im Zeitschriftensegment - auch zu Pin-Zeiten."

Die Pläne von Axel Springer sorgen indes für heftige Debatten. In der WAZ Mediengruppe wird der Titel als „Gratiswochenzeitung" eingestuft - und unter „genaue Beobachtung" gestellt, so die „Financial Times Deutschland".bn



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