Springer rechnet 2009 mit Ergebnisrückgang

Mittwoch, 11. März 2009
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Bisher zeigte sich der Medienkonzern Axel Springer weitgehend immun gegen die Wirtschaftskrise. Nachdem das Unternehmen jüngst für das Geschäftsjahr 2008 einen Rekordgewinn in der Unternehmensgeschichte vermeldet hat, gibt der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner auf der heutigen Bilanzpressekonferenz aber einen pessimistischen Ausblick. "Für das Jahr 2009 müssen auch wir uns auf ein extrem schwieriges Anzeigengeschäft und die Auswirkungen rezessiver Entwicklungen einstellen", sagt der Springer-Chef. Eine genaue Prognose will er angesichts es volatilen Marktumfelds nicht abgeben. Nur so viel verrät er: "Natürlich werden wir in diesem Umfeld ein Rekordergebnis wie im Vorjahr nicht erreichen können." Sein primäres Ziel ist es, den Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern auszubauen und Marktanteile zu gewinnen.

Aktuell feiert Springer jedoch noch die positiven Zahlen des vergangenen Jahres. Der Jahresüberschuss erreicht mit 571,1 Millionen Euro einen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte. Hier schlägt sich unter anderem der Erlös aus dem Verkauf der Anteile am TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 nieder. Bereinigt liegt der Jahresüberschuss mit 254,5 Millionen Euro knapp 20 Millionen Euro über dem Wert von 2007. Der Konzernumsatz stieg um 5,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, was das Unternehmen vor allem auf die Akquisitionen Zanox.de und Aufeminin.com zurückführt. Bereinigt um diese Konsolidierungseffekte legte der Umsatz um 1,2 Prozent zu. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wuchs von 470 Millionen Euro auf 486,2 Millionen Euro und auch das Ebita liegt mit 422,1 Millionen Euro leicht über dem Vorjahreswert.

Das größte Sorgenkind bleibt das nationale Printgeschäft. Die Werbeerlöse der deutschen Tageszeitungen schrumpften um 6,5 Prozent auf 623,4 Millionen Euro, die Zeitschriftensparte verzeichnete sogar einen Rückgang von 8,4 Prozent. Insgesamt konnte der Konzern seine Werbeerlöse um 4,6 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro steigern, was auf die deutlichen Zuwächse im internationalen und digitalen Geschäft zurückzuführen ist. Dies will Springer daher in Zukunft deutlich ausbauen, während sich der Konzern in den vergangenen Wochen von einigen Minderheitsbeteiligungen im regionalen Zeitungsgeschäft getrennt hat.

Die Vertriebserlöse stiegen konzernweit um 2,1 Prozent, was jedoch vor allem an einer Erhöhung der Copypreise liegt. Im inländischen Zeitungssegement stieg der Wert um 4,2 Prozent, während bei den nationalen Zeitschriften die Vertriebserlöse um 2,1 Prozent sanken.

Die Wachstumsmotoren bleiben das Auslands- und Digitalgeschäft. So erzielte das Segment digitale Medien ein Umsatzwachstum von knapp 82 Prozent auf 378,2 Millionen Euro. Die Pro-forma-Erlöse wuchsen um 24,6 Prozent. Im Segment Print international stieg der Umsatz leicht auf 409,8 Millionen Euro. Das Ebitda wurde mit 27,8 Millionen Euro sogar mehr als verdoppelt. bn
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