Springer rangelt mit KEK

Mittwoch, 04. Januar 2006
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Im Übernahmepoker um Pro Sieben Sat 1 Media durch Axel Springer wehrt sich der Verlag gegen einen TV-Beirat für die Sender Sat 1 und Pro Sieben nach Vorstellungen der KEK. "Im außenpluralen - von den Landesmedienanstalten kontrollierten - privaten Rundfunk einen binnenpluralen Beirat einrichten zu wollen ist schon im Ansatz fragwürdig, spätestens aber dann, wenn der Beirat mit wirtschaftlichen Befugnissen ausgestattet wird, wie sich die KEK das nun vorstellt", sagt Springer-Chef Mathias Döpfner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Allein aus aktienrechtlichen Gründen akzeptiere der Verlag die Regelung nicht: "Der klare Verzicht auf wirtschaftliche und marktorientierte Ziele, so dort formuliert, verstößt gegen die Satzung eines börsennotierten Unternehmens, dessen Gesellschaftszweck die Gewinnerzielung ist." Um eine "Interessen-Koordination" zwischen Bertelsmann und Springer auszuschließen, will Döpfner der KEK die "Desinvestition aller gemeinsam mit Bertelsmann gehaltenen Unternehmensbeteiligungen" vorschlagen. Dazu gehören die Beteiligung an dem Druckunternehmen Prinovis, die Radiobeteiligungen sowie einige Logistik Joint-Ventures.

Derzeit sieht es nicht so aus, als würde die Potsdamer Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) die Übernahme von Pro Sieben Sat 1 Media bei ihrer Sitzung am 10. Januar genehmigen. Lehnt die KEK die Übernahme ab, kann Springer die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten anrufen. Diese könnte das Votum kippen. Ebenfalls offen ist die Entscheidung des Kartellamts, das Springer eine Nachfrist bis 20. Januar eingeräumt hat. ra/pap



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