Springer plant BamS im Kleinformat

Montag, 14. Januar 2008
Für die „BamS Kompakt“ will Andreas Wiele die besten Leute aus dem Konzern
Für die „BamS Kompakt“ will Andreas Wiele die besten Leute aus dem Konzern

Nun also doch: Das Verlagshaus Axel Springer plant offenbar eine Billigzeitung am Sonntag – und zwar als Kompaktversion seiner „Bild am Sonntag“. Letzteres  bestätigt ein Konzernsprecher gegenüber HORIZONT.NET. „BamS Kompakt“, so wohl der Titel, dürfte billiger und dünner – oder kleinformatiger – daherkommen als die große Mutterausgabe. Die Tabloid-Technik indes dürfte kein Unterscheidungskriterium sein, denn auch die „BamS“ erscheint im Halbformat.

Springer hatte im Frühjahr 2007 von einem „BamS“- und einem „B.Z.“-Team zwei Billig-Sonntagstitel entwickeln lassen, diese Pläne im Herbst jedoch wieder aufgegeben. „Wir wollten lediglich prüfen, ob es eine relevante Marktlücke am Sonntag preislich unterhalb der ,BamS‘ gibt, mussten aber feststellen, dass diese Nische für unsere Auflagen- und Renditeerwartungen zu klein ist“, hieß es danach offiziell. Möglicherweise hat nun die anhaltende Erosion der „BamS“-Verkäufe, die mittlerweile unter 1,9 Millionen Stück (Jahr 2000: 2,5 Millionen Hefte) liegen, ein Umdenken bewirkt.

Im 3. Quartal 2007 lag die Auflage abermals 7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Die Verkaufszahlen fürs 4. Quartal 2007 werden in Kürze bekannt. Der Vorteil einer zusätzlichen, billigen Kompaktausgabe: Da die IVW nicht in erster Linie die Auflagen einzelner Titel ausweist, sondern diejenigen von Anzeigenbelegungseinheiten, würden die Verkäufe von „BamS“ und „BamS Kompakt“, die neue Leser hinzugewinnen soll, gemeinsam ausgewiesen und entsprechend höher liegen.

Vorbild ist die Springer-Tageszeitung „Welt“ mit ihrem Tabloid-Pendant „Welt Kompakt“; hier gibt der Verlag die Einzelauflagen nicht bekannt. Außerdem soll die neue „BamS Kompakt“ den Sonntagsmarkt gegen billigere Konkurrenten nach unten absichern. In Hamburg etwa wirbt der Lokalrivale „Hamburger Morgenpost“ damit, sonntags die billigste Zeitung zu bieten. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ hat Springer-Vorstand Andreas Wiele alle Chefredakteure des Konzerns aufgefordert, ihre besten Leute für das „BamS Kompakt“-Projekt abzustellen. Am Ende sollten dann drei Teams mit je sechs Mitgliedern, davon je zwei aus der „BamS“-Redaktion, Vorschläge entwickeln und „BamS“-Chefredakteur Claus Strunz in einem internen Wettbewerb vorstellen.
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