Springer legt Onlineredaktionen zusammen

Freitag, 09. November 2001

Der Axel-Springer-Verlag setzt erneut den Rotstift an. Wie das Unternehmen mitteilt, werden die Online-Redaktionen der "Welt", des "Hamburger Abendblatts" der "Berliner Morgenpost" und des Stadtportals Berlin1.de zu einer zentralen Content-Unit zusammengeführt. In Zukunft sollen die nicht markenspezifischen Inhalte zentral produziert und um regionale Inhalte für die jeweiligen Internet-Auftritte ergänzt werden.

Verlagssprecherin Carola Schmidt begründet die Einführung der Zentralredaktion mit dem aktuellen Restrukturierungskurs im Hause Springer. So sei es angesichts der wirtschaftlichen Lage "wenig sinnvoll, Inhalte doppelt und dreifach zu produzieren". "Es ist aber nicht geplant, einzelne Internetangebote einzustellen", so Schmidt weiter. Die einzelnen Web-Marken sollen in jedem Fall weitergeführt werden.

Mit der Einführung der Zentralredaktion dürften erneut zahlreiche Mitarbeiter ihren Job verlieren. Laut Schmidt wird es "mit Sicherheit zu Personaleinsparungen kommen". Wieviele Stellen gestrichen werden, ist bislang aber noch unklar. Dennoch haben die Mitarbeiter aus den Redaktionen Grund zur Beunruhigung. Denn erst Anfang November hatte das Verlagshaus angekündigt, bis Ende 2003 jede zehnte Stelle abbauen zu wollen.

Der Axel-Springer-Verlag ist nicht das erste Medienhaus, das im Internetbereich mit einer Zentralredaktion versucht, Kosten zu sparen. Vor wenigen Wochen hatte auch die Handelsblatt-Tochter Economy One im Zuge der Restrukturierung die einzelnen Web-Redaktionen zusammengelegt. Beim Springer-Verlag wird die neue Content-Unit von Torsten Kroop, 34, geleitet. Kroop ist seit März 2000 als Redaktionsleiter und seit Februar 2001 als Managing-Director für den Web-Auftritt der "Welt" verantwortlich.
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