Springer bekommt Kosten der Digitalisierung und Printkrise zu spüren

Dienstag, 07. Mai 2013
Der Verlag Axel Springer treibt seine digitale Transformation weiter voran
Der Verlag Axel Springer treibt seine digitale Transformation weiter voran


Diesmal spart sogar Mathias Döpfner mit Superlativen: Für das 1. Quartal 2013 vermeldet der Verlag Axel Springer zwar einen Umsatzanstieg um 1,8 Prozent auf 803,6 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel dagegen um 3 Prozent auf 132,4 Millionen Euro. Schuld daran sind in Berlin zum einen die verstärkten Investitionen in die Digitalisierung, zum anderen Print: Im Vergleich zum Vorjahresquartal steht hier vor allen Bereichen ein dickes Minus. Der Konzernüberschuss liegt mit einem Plus von 5,6 Prozent bei 72,3 Millionen Euro.
Mit einem Plus von 20,9 Prozent untermauern die digitalen Medien weltweit ihre strategische Bedeutung für den Konzern. Erneut liefert das Segment, unter dem Springer die Säulen Digitale Medien & Journalistische Portale (u.a. Bild.de, Welt Online), Performance Marketing (Zanox) und Digital Classifieds (Rubrikenportale wie Immonet und Stepstone) zusammenfasst, mit weltweiten Erlösen von 318,2 Millionen Euro den höchsten Beitrag zum Gesamtumsatz. Wesentlich für die positive Entwicklung des Segments waren laut Konzern die Werbeerlöse, die um 27,1 Prozent zulegten und in den ersten drei Monaten des Jahres 276 Millionen Euro betrugen.

Wenig verwunderlich deshalb die Ankündigung von Vorstandsvorsitzendem Döpfner: "Wir arbeiten in sämtlichen Konzernbereichen mit Hochdruck an der Weiterentwicklumg zum führenden digitalen Medienunternehmen." Das Wachstum des Digitalbereichs habe den erwarteten Umsatzrückgang bei den Printmedien sogar überkompensiert. Schmerzen dürfte dieser dennoch: Im einst so starken Segment Zeitungen national, das mit dem Zugpferd "Bild" an der Spitze bisher das Geschäft Springers bestimmte, hält der Abwärtstrend an, der Umsatz verringerte sich hier um 9,7 Prozent auf 249,3 Millionen Euro (I/2012: 275,9 Millionen), die Vertriebserlöse sanken um 7,8 Prozent, die Werbeerlöse um 12,3 Prozent. Für den Rückgang des EBITDA von 64,6 Millionen auf 49,2 Millionen Euro macht Springer neben der geringeren Erlöse auch höhere Restrukturierungsaufwendungen verantwortlich.

Im Bereich Zeitschriften national liegt der Umsatz im 1. Quartal 2013 mit rund 112 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 115,5 Millionen. Überwiegend rückläufige Auflagenzahlen führten zu einem Rückgang der Vertriebserlöse um 2,5 Prozent, die Werbeerlöse lagen um 6,4 Prozent unter Vorjahr. Das EBITDA des Segments liegt bei 21,9 Millionen Euro (I/2012: 24,4 Millionen). Auch die Entwicklung der internationalen Printmedien leidet Springer zufolge unter den anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. So ging der Segmentumsatz um 8,1 Prozent auf 96,1 Millionen Euro zurück, bereinigt um Währungseffekte beläuft sich der Rückgang um 7,4 Prozent. Die Vertriebserlöse lagen um 5,1 Prozent, bereinigt um 4,5 Prozent, unter dem Wert des Vorjahresquartals, die Werbeerlöse gingen um 20,7 Prozent zurück.

Für das laufende Geschäftsjahr bleibt der Springer-Vorstand dennoch optimistisch - zumindest für die digitalen Medien. Hier sei sowohl mit organischem Wachstum als auch zusätzlichen Akquisitionseffekten zu rechnen. Die Erlöse im inländischen und im internationalen Printgeschäft werden voraussichtlich weiter zurückgehen. kl
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