Springer beklagt dramatischen Einbruch der Anzeigenerlöse

Mittwoch, 16. April 2003

Der Axel Springer Verlag erwartet frühestens 2004 eine Trendwende im Werbemarkt. Im ohnehin konjunkturell schwachen Umfeld sind die Anzeigenerlöse von Europas größten Zeitungshaus im 1. Quartal weiter zurückgegangen. Den genauen Wert nennt der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner nicht, bezeichnet den Einbruch aber gemessen am ohnehin niedrigen Vorjahresniveau als dramatisch: "Eine weitere Schwächung der Anzeigenmärkte schließen wir nicht aus. Ebenso nicht einen weiteren Rückgang der Auflagen bei Zeitungen und Zeitschriften", sagte er am heutigen Mittwoch bei der Hauptversammlung der Aktionäre in Berlin.

Angesichts der trüben Aussichten will Döpfner den Ende 2001 eingeschlagenen Konsolidierungskurs beibehalten. Mittelfristig will der Axel Springer Verlag, der im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von 2,78 Milliarden Euro erzielt hat, das operative Ergebnis steigern. Derzeit beläuft sich das Ebita auf 110 Millionen Euro. Döpfner will die Ebita-Rendite von 4 Prozent bis 2007 auf 10 Prozent steigern. Langfristig soll das Ebita bei bis zu 15 Prozent liegen - einen Wert den auch europäische Wettbewerber erreichen. "Dieses langfristige Ziel ist allerdings nur dann zu erreichen, wenn sich die Standortbedingungen in den nächsten Jahren nachhaltig verändern", so Döpfner.

Angesichts des schwierigen Börsen- und Marktumfelds wird die Aktionärsstruktur des Axel Springer Verlags vorerst unverändert bleiben. Hauptaktionärin Friede Springer hält derzeit 60,4 Prozent plus 10 Aktien, das ehemalige Kirch-Paket in Höhe von 29,65 Prozent liegt weiter bei einer Tochter der Deutschen Bank. Der Rest befindet sich in Streubesitz. Ob das Kirch-Paket an einen strategischen Investor verkauft wird oder an die Börse gebracht wird, ist noch offen. pap

Meist gelesen
stats