Springer bangt um "Daily Telegraph"

Montag, 24. Mai 2004

Bisher nicht aufgegangen ist die konservative Bieter-Strategie von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner bei der britischen Tageszeitung "Daily Telegraph". Die britische "Sunday Times" berichtete am Sonntag, Hollinger International habe das Springer-Gebot als zu niedrig eingestuft und den deutschen Zeitungskonzern aus dem Rennen geworfen. Angeblich wollen die Deutschen 500 bis 600 Millionen Pfund für die größte britische Tageszeitung bieten.

Erst auf der Hauptversammlung des Springer-Konzerns im April hatte Döpfner verkündet: "Wir haben kein Interesse an Trophy-Assets zu einem überzogenen Preis". Von den einst 50 Bietern um die profitable Zeitung sollen noch sechs übrig sein: Bei der Investmentbank Lazard, die die Auktion betreut, sind offenbar noch die Daily-Mail-Gruppe, die Verlegerzwillinge David und Frederick Barclay, die Beteiligungsgesellschaften 3i, Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Apax gemeinsam mit Candover im Rennen.

Wie der "Spiegel" am heutigen Montag berichtet, soll sich auch der britische Milliardär Richard Branson (Virgin-Gruppe) Chancen ausrechnen. Brancheninformationen zufolge bietet keiner der Beteiligten für die gesamte Gruppe, sondern nur für Teile davon. Zur Telegraph-Gruppe gehört auch die Sonntagszeitung des "Telegraph" und das Magazin "Spectator" Eine Vorentscheidung könnte Ende der Woche . he
Meist gelesen
stats