Springer-Zeitungsvorstand Jan Bayer: "Wir brauchen die große Lösung"

Donnerstag, 12. Juli 2012
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Beim Zeitungsgipfel von HORIZONT hatte er neulich seinen ersten großen Auftritt: Jan Bayer, der neue Zeitungsvorstand von Axel Springer. Mit seinem Appell für Paid Content sorgte er dort für Aufsehen. Im Interview legt er nun nach: "Wir brauchen die große Lösung einer zweiten digitalen Säule: kostenpflichtige journalistische Inhalte müssen breit im Markt eingeführt werden, um unabhängiger vom volatilen Werbemarkt zu werden." Das einzig selig machende Bezahlmodell könne dabei noch niemand kennen, so Bayer: „Wir stehen als Branche noch ganz am Anfang der Digitalisierung." Man müsse eben viel ausprobieren. Doch müsste es fürs Funktionieren von Paid Content nicht zuerst eine Marktbereinigung geben - etwa dadurch, dass defizitäre Portale ihr Angebot verändern, sich zusammenschließen oder ganz zurückziehen - weil es sonst für User immer genügend kostenlose Alternativen gibt? Auch darum geht es im Interview mit HORIZONT. Und um die Paid-Content-Pläne bei Welt Online, mit deren Umsetzung Bayer spätestens zum Jahreswechsel beginnen möchte.

Mit Blick auf den Werbemarkt erklärt Bayer zudem, warum er eine mögliche gemeinsame Vermarktungsorganisation („G7"), über der sieben große Regionalzeitungsverlage seit Monaten brüten, begrüßen würde: Im Wettbewerb mit anderen Gattungen seien Zeitungen nur dann konkurrenzfähig, „wenn es möglichst starke Vermarkter mit entsprechender Präsenz bei den Mediaagenturen und Kunden gibt". Außerdem sei ihm der Wettbewerb gegen einen weiteren nationalen Zeitungsvermarkter immer noch lieber als eine „diffuse Argumentation gegen Player aus anderen Gattungen mit anderen Spielregeln".

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Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 28/2012, die am Donnerstag, 12. Juli erscheint.

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Und dann noch die Währungsfrage: Nach der gerichtlich abgeschmetterten Forderung der "FAZ" gegen die IVW darf Springer die Auflagen der "Welt am Sonntag" weiterhin addiert mit der kleineren Kompaktausgabe ausweisen. Im Interview erklärt Bayer, warum er an dieser laut Gericht zwar nicht irreführenden, sondern „allenfalls unzureichenden Information" festhält - und warum die Gattung schnell eine von den Werbekunden akzeptierte Crossmedia-Reichweite brauche, inklusive Internet und Apps: „Die Zeitungen in Deutschland leisten Mehrdimensionales und hängen Eindimensionales zum Fenster hinaus." rp
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