Springer Science strebt an die Börse

Montag, 22. Oktober 2012
Der Wissenschaftsverlag strebt aufs Börsenparkett
Der Wissenschaftsverlag strebt aufs Börsenparkett

Der Wissenschaftsverlag Springer Science + Business Media will an die Börse. Ein Börsengang sei bereits in wenigen Monaten möglich, sagte Vorstandschef Derk Haank der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Verlag setzt konsequent auf digitale Inhalte und ist auf Wachstumskurs. Der konkrete Zeitpunkt des Börsengangs sei nur noch eine Sache des Timings: "Wir könnten sofort loslegen", betont Haank gegenüber der "FAS". Die Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan sind bereits mit den Vorbereitungen beauftragt. Der Zeitpunkt für einen Börsengang scheint gut gewählt. Der Wissenschaftsverlag, der nichts mit dem Medienkonzern Axel Springer zu tun hat, hat sich konsequent auf den digitalen Wandel eingestellt und wächst: "Die Aussichten sind so gut wie nie. Umsatz wie Gewinn steigen um fünf bis sieben Prozent pro Jahr", betont Unternehmenschef Haank. 

Der Niederländer hat den Verlag in den vergangenen Jahren konsequent auf den digitalen Wandel ausgerichtet, die Devise lautet "E first": 70 Prozent der rund 7000 Buchneuerscheinungen pro Jahr werden nur noch nach Bedarf gedruckt. Papier bekommt der Kunde nur auf Wunsch und gegen Extrakosten. Außerdem hat der Verlag rund 2000 Fachzeitschriften im Angebot. 2011 erzielte Springer Science einen Umsatz in Höhe von 875 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag im vergangenen Jahr bei 313 Millionen Euro. Der Verlag beschäftigt aktuell rund 7000 Mitarbeiter, davon mittlerweile mehr als die Hälfte im Ausland.

Hauptanteilseigner von Springer Science+Business Media ist der schwedische Finanzinvestor EQT, der vor drei Jahren 2,3 Milliarden Euro für eine Beteiligung von 82 Prozent an dem Verlag bezahlt hat. Der Medienkonzern Bertelsmann hatte Springer Science 2003 an britische Finanzinvestoren verkauft. Dort liebäugelt man mittlerweile mit einem Rückkauf. Vorstandschef Thomas Rabe hatte in einem Interview im Frühjahr Spinger Science als ein mögliches Übernahmeziel genannt. dh
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