Springer-Enkel klagt gegen Ex-Aufsichtsratschef

Freitag, 14. Februar 2003

Der Streit um das Erbe des Verlegers Axel Cäsar Springer geht in eine neue Runde. Verlegerenkel Axel Sven Springer hat bei der Hamburger Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Bernhard Servatius, den Testamentsvollstrecker und ehemaligen Chef des Aufsichtsrats gestellt, meldet das "Handelsblatt". Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte die Aufnahme von Ermittlungen.

Springer wirft Servatius vor, er habe wichtige Erbschaftsdokumente wie Gesellschafts- und Erbenverträge sowie Urkunden aus dem Nachlass des 1985 verstorbenen Axel Springer unterschlagen. Außerdem soll er einen neuen Testamentsentwurf von Axel Cäsar Springer vor dessen Tod nicht mehr umgesetzt haben, und die Erben daher über den letzten Willen des Verlegers getäuscht haben. Die Anwaltskanzlei Servatius, Jenckel & Partner teilte hingegen mit, ihr sei von einer Anzeige nichts bekannt.

Die Enkel von Axel Cäsar Springer, Axel Sven Springer und Ariane Springer versuchen seit längerem, ihren Einfluss im Axel-Springer-Konzern auszuweiten. Im August waren sie gegen Verlegerwitwe Friede Springer vor Gericht gezogen, um von ihr geschäftliche Auskünfte über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik zu erhalten.
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