Springer-Chef Mathias Döpfner: Verlage müssen sich gegen Rabattdruck zur Wehr setzen

Donnerstag, 03. Februar 2005

"Mit extremen Preisnachlässen werden wir dem Anzeigengeschäft in Deutschland keinen neuen Schwung geben", sagt Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags, im HORIZONT-Interview. Nur wenn die Verlage hart blieben und sich nicht erpressen ließen, werde der Anzeigenmarkt die Stärken von Printmedien dauerhaft honorieren. Während im TV-Bereich mit fast 50 Prozent Preisnachlass im Durchschnitt das Ende der Fahnenstange erreicht scheint, hat sich die Brutto-Netto-Schere bei den Verlagen im vergangenen Jahr deutlich geöffnet.

Experten gehen davon aus, dass im Schnitt von jedem Euro nur noch 65 bis 70 Cent in den Kassen landen. "Manche Verlage räumen Rabatte weit jenseits der 50 Prozent ein", kritisiert Döpfner die zunehmende Nachgiebigkeit mancher Printhäuser: "Die höchste Preistreue nach unserer Beobachtung haben Gruner + Jahr und Axel Springer." Der Springer-Chef hat drei negative Trends ausgemacht, wie die Verlage versuchen, Wettbewerbsvorteile zu erzielen: den Preis, die Produktzugabe und die Kopie. he

Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT (05/2005).
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