Springer-Chef Döpfner verteidigt "Ideenfindungs-Research-Projekt" von Diekmann & Co

Mittwoch, 08. August 2012
Bald in den USA auf den Spuren der Vordenker: "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann
Bald in den USA auf den Spuren der Vordenker: "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann


Das Thema scheint Mathias Döpfner am Herzen zu liegen. Bei der Telefon-Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz geriet der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG regelrecht ins Schwärmen angesichts der anstehenden Exkursion von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, Vermarktungschef Peter Würtenberger und Idealo-Gründer Martin Sinner ins Silicon Valley. Ab September schlägt das Trio im Rahmen eines "Ideenfindungs-Research-Projekts" seinen Arbeitsplatz an der Westküste der USA auf, um im Austausch mit dort ansässigen Universitäten und Forschern neue, kreative Ideen zu entwickeln. Diekmann, Würtenberger und Sinner arbeiten und wohnen zusammen, ob drei oder acht Monate ist laut Döpfner noch offen. Man wolle das Projekt weder überdefinieren noch überregulieren, es sei vielmehr "ein Experiment mit offenem Ausgang".

Klar sei aber bereits jetzt, dass die drei USA-Gesandten nach ihrer Rückkehr ihre alten Positionen im Konzern antreten werden. Gerüchte, nach denen auf "Bild"-Chef Diekmann eine neue Position als Digitalvorstand warten soll, wies der Vorstandsvorsitzende zurück. Vielmehr verwies er auf den Erfolg der "Bild für alle", die anlässlich des 60. Geburtstages der Zeitung an alle deutschen Haushalte verteilt worden war und für Erlöse im "unteren zweistelligen Millionenbereich" gesorgt habe. Doch auch Würtenberger, Leiter der Vermarktungsorganisation Axel Springer Media Impact (ASMI), gilt im Konzern als umstritten. Gebetsmühlenartig wiederholt Döpfner jedoch die Besonderheit des Projekts, bei dem die Medienexperten aus Berlin den Spuren der Vordenker des Silicon Valley folgen sollen: "Die drei freuen sich auf diese einmalige Chance mit einer unglaublichen Begeisterung." kl
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