Springer-Chef Döpfner: "Selbstmord aus Angst vor dem Tod"

Mittwoch, 16. Dezember 2009
Döpfner warnt davor an den Autoren zu sparen
Döpfner warnt davor an den Autoren zu sparen

Mit scharfen Worten kritisiert Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer in Berlin, den Sparkurs der Konkurrenten. Wer der Krise "mit ein bisschen weniger oder schlechterem Journalismus" zu begegnen versuche, sei auf dem Holzweg, erklärt Döpfner im Interview mit dem "Manager Magazin".  Er warnt vor den fatalen Folgen solcher Strategien: Wer an Eigenrecherche und Autorenintelligenz spare, säge an dem Ast, auf dem er sitze. "Selbstmord begehen aus Angst vor dem Tod", sei keine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen.

Döpfners Worte dürften auch im eigenen Haus auf offene Ohren treffen. Unterm Strich zählt Springer im 3. Quartal 2009 mit durchschnittlich 10.757 Mitarbeitern jedoch mehr Mitarbeiter denn je in den vergangenen fünf Jahren. Wie viele davon tatsächlich in den Redaktionen arbeiten, schlüsselt der Konzern allerdings nicht auf. 

Der ehemalige "Welt"-Chefredakteur unterstellt anderen Verlagen in dem Interview zu wenig Verständnis für die redaktionelle Arbeit: "Manche haben zu wenig Sinn für Journalisten und für die Skurrilitäten dieses Metiers, das sie nicht lieben, sondern das ihnen insgeheim fremd bleibt", sagt er. Aber auch den Journalisten selbst schreibt Döpfner harte Worte ins Stammbuch: "Ich glaube, dass der Journalismus nicht mehr so gründlich, so gut und so selbstbewusst ist, wie er sein müsste, um Menschen zu begeistern." pap
Meist gelesen
stats