Springer-Biografie: Sinkt der Stern von Mathias Döpfner?

Montag, 25. Juni 2012
Springer-Boss Mathias Döpfner: Keine Bestandsgarantie
Springer-Boss Mathias Döpfner: Keine Bestandsgarantie

Es ist ein deutlicher Tonwechsel, der sich in der aktualisierten Biografie über Friede Springer abzeichnet. Das Verhältnis der Hauptaktionärin und Verlagserbin zu Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, das bislang als familiär beschrieben wurde, scheint sich abzukühlen. Es gebe keine Bestandsgarantie für Döpfner, zitiert der "Spiegel" aus der von Inge Kloepfer verfassten Biografie  über die Verlegerwitwe.  "Sie sagt, sie denke immer mal wieder nach, ob jemand der Richtige ist", sagt Kloepfer im "Spiegel"-Interview. Döpfner müsse sich daran messen lassen, was er zum Erhalt von Springers Erbe beiträgt. "Am Ende geht es ihr um das Geld, weil es die Zukunft des Verlags sichert. Keine Freundschaft mit ihr würde davor schützen, ein Amt zu verlieren", so Kloepfer.

Verlagserbin Friede Springer
Verlagserbin Friede Springer
Friede Springer habe bereits vor einigen Jahren mit Döpfner gehadert, den sie überraschend 2002 an die Spitze des Konzerns berufen hatte. Die Axel Springer AG hatte 2007 die Mehrheit am Briefzusteller Pin AG übernommen und mit dem Engagement bei dem Postdienstleister rund 600 Millionen Euro verbrannt. "Dass er [Döpfner] bleiben durfte, lag nicht an der Freundschaft, sondern an der Einschätzung, dass er aus diesem Fehler lernt. Und sie hat recht behalten, der Verlag steht blendend da", so Kloepfer.

Friede Springer sei zudem unzufrieden mit dem Umgang mit Frauen im Konzern. Sie habe die "Berliner Erklärung" unterschrieben, die eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten fordert. "Sie zweifelt offenbar an der Ernsthaftigkeit, mit der der Springer-Vorstand Frauen befördern will. Für ihre Forderung habe sie ,wütende Kommetare' ihrer Manager geerntet", sagte Friede Springer Kloepfer.

Die Formulierungen sind ungewohnt klar. Kloepfer verweist zwar darauf, dass es einfach "meine Sicht auf sie sei". Für die Aktualisierung der Biografie hat sie sich jedoch erneut mit der als zurückhaltend geltenden Friede Springer getroffen. Die Gespräche dienten als Grundlage für das neue Kapitel. pap
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