Sprachpapst Wolf Schneider: "Die meisten Blogs sind Geschwätz"

Mittwoch, 05. Mai 2010
Wolf Schneider spricht Klartext
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Sprachguru und Journalistenlehrer Wolf Schneider hat eine eindeutige Meinung zu Blogs und dem Mikroblog Twitter: "Ich habe Mitleid mit denen, die sich mitteilen wollen und so gar keine Ahnung haben, wie man das macht" sagt Schneider im Interview mit dem "Tagesspiegel". Der schriftliche Inhalt von Blogs sei überwiegend "trauriges Geschwätz mit wenig Substanz". Trotzdem vergehe kein Tag, an dem Schneider, der am 7. Mai 85 Jahre alt wird, nicht mindestens zwei Blogs lese: "Ich benutze gar keinen Computer, aber meine Frau verfolgt ein Dutzend Blogs und Twitter und druckt mir das aus", sagt der Zeitung. Der einzige Vorteil von Twitter sei, dass man nicht so viel Geschwätz verbreiten könne wie per Blog.

Schneider, dessen Buch "Deutsch für Profis" zahlreiche Journalisten das Handwerk gelehrt hat, kritisiert zudem die Ausbildungssituation junger Menschen: "In der Journalistenausbildung geht es bergab mit Grammatik, Rechtschreibung, Interpunktion, Allgemeinbildung, da ist die Tendenz eindeutig." Deshalb legt Schneider nun nach. Sein neues Handbuch  "Deutsch für junge Profis" richtet sich an interessierte 20-Jährige, Abiturienten und Studenten. hor
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