Sportmedien: Abomodelle auf mobilen Plattformen nicht zukunftsfähig

Montag, 07. Februar 2011
Trotz Mobile-Hype: TV soll wichtigste Sportplattform bleiben
Trotz Mobile-Hype: TV soll wichtigste Sportplattform bleiben

Sportübertragungen zählen auf Smartphones und Tablet PCs zu den meistgenutzten Inhalten. Für die Anbieter von Sportcontent gewinnt dessen Verbreitung über mobile Plattformen an Gewicht - die Refinanzierung ist aber auch über diesen Kanal ein schwieriges Geschäft, wie die Diskussion über die Zukunft der Sportmedien auf dem Spobis-Kongress in Düsseldorf offenbart. So stellt zunächst der zunehmende Abruf von Videostreams über iPhone und Co die Anbieter vor die Herausforderung, ausreichend Bandbreite zur Verfügung zu stellen. Anbieter wie Eurosport und Yahoo sehen zwar die Chancen, die mobilen Geräte für die Nutzung ihrer Angebote bieten, ob diese sich aber via Werbung oder Bezahlmodelle besser refinanzieren lassen, bleibt eine je Einzelfall zu beantwortende Frage.

Pricewaterhouse-Coopers-Berater Arno Wilfert sieht dabei wenig Chancen, langlaufende und hochpreisige Abomodelle à la Pay TV in die mobile Zukunft zu retten. „Auf Smartphones dürfte sich die seit einigen Jahren vom iTunes-Store geprägte Praxis, mit niedrigpreisigen Angeboten spontane Zahlbereitschaft abzurufen, auf Dauer durchsetzen", so Wilfert. Die Anbieter müssten reagieren, indem sie entsprechend kleinteilige Angebote für On-Demand-Abruf und -Bezahlung zur Verfügung stellen. Ansonsten bleibe das große Potenzial für On-Demand-Bezahldienste ungenutzt.

Trotz des Mobile-Hypes sind sich die Experten einig, dass TV nach wie vor die wichtigste Plattform bleibt, um Events  für ein großes Publikum zu erschließen. Der Zuspruch für HD und 3D-TV-Angebote zeige, dass die Entwicklung auch auf dem großen Bildschirm voranschreitet, stellt Arnaud Maillard, New Media Director Eurosport fest. Zumal kurzfristig noch kein Durchbruch für Streamingdienste auf dem TV-Gerät bevorsteht. joz
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