"Sport Bild" greift Montags-"Kicker" mit Bezahl-App am Sonntag an

Donnerstag, 09. August 2012
Die "Sport Bild" baut ihr Angebot weiter aus
Die "Sport Bild" baut ihr Angebot weiter aus


Bisher gibt es im Wochenkalender der Sportfans drei fixe Termine: Montags erscheint das Fußball-Zentralorgan „Kicker" (Olympia Verlag) mit dem Geschehen vom Wochenende, mittwochs folgt Axel Springers „Sport Bild" mit Hintergründen und News, und donnerstags nochmals eine dicke „Kicker"-Ausgabe. Doch demnächst ändert sich die Aufstellung, es kommt ein vierter Termin hinzu: Ab 19. August erscheint eine „Sport Bild"-Variante zusätzlich sonntags - und zwar ausschließlich digital, als Tablet- und Smartphone-App. Damit besetzt „Sport Bild" mit einem eigenen Angebot nun auch den Vortag des Montags-„Kicker". Dies darf man getrost als Frontalangriff aufs Traditionsblatt lesen. Hans Hamer, Verlagsgeschäftsführer der Springer-Magazinsparte Auto/Computer/Sport, sieht das freilich diplomatisch anders: „Wir wollen die Reichweite der Marke ,Sport Bild‘ mit einem digitalen Zusatzangebot erhöhen." Mit der App will er die digitale Affinität der Zielgruppe ausnutzen und möglichst viele der 150.000 „Sport Bild"-Fans auf Facebook und der monatlich 1,1 Millionen Website-Nutzer, die ja nicht alle Print-Käufer sind, mit einem eigenen digitalen Bezahlprodukt abholen.

„Sport Bild Plus", so der Name des neuen Angebots, wird jeden Sonntagabend ab 21 Uhr, direkt nach dem letzten Bundesligaspiel, zum Download frei geschaltet, zum Einzelpreis von 79 Cent; es gibt rabattierte Abonnements und Abo-Kombis mit dem Heft (Print/E-Paper). Der Inhalt der App: Nicht nur News, sondern auch Analysen, Kolumnen und Magazin-Journalismus mit den Tablet-üblichen interaktiven Elementen samt Anbindung an Social Media, verspricht „Sport Bild"-Chefredakteur Matthias Brügelmann. Produzieren will er die App - angedacht sind rund 15 Geschichten oder Elemente auf 70 bis 80 Seiten - am Wochenende, parallel zur Produktion der Mittwochs-Printausgabe, mit seinem Stammteam, unterstützt von weiteren Autoren und Layoutern.

Die parallele Produktion unterschiedlicher Ausgaben für die Erscheinungstage Sonntagabend (digital) und Mittwoch (Print) „gibt uns die Möglichkeit, im Heft noch mehr die Hintergrundgeschichten und Analysen zu betonen", sagt Brügelmann. Verkaufserwartungen für die App mögen er und Hamer nicht nennen. Es gebe keinen Business-Plan; nach einem Jahr wolle man eine erste Bilanz ziehen.

In der IVW-Auflage, wo sowohl der Montags- (Verkäufe im 2. Quartal 2012: 201.616 Hefte) als auch der Donnerstags-„Kicker" (172.368 Stück) sowie „Sport Bild" (417.636 Hefte) besonders seit 2010 unter Druck stehen, werden sich die App-Verkäufe bis auf weiteres nicht niederschlagen, da die IVW bisher nur E-Paper-Varianten akzeptiert, die den Inhalt des jeweiligen Print-Heftes unverändert wiedergeben, ohne interaktive Spielereien, ohne Aktualisierungen - und mit allen Anzeigen.

Apropos: Separate Werbebuchungen der Banner und Presenter in der App sind vorerst nicht möglich, sondern nur im Rahmen eines individuellen Gesamtpaketes der „Sport Bild"-Medien. Die App läuft zum Start auf dem iPad, dem iPhone und auf Android-Tablets. Die Version für Android-Smartphones folgt in den kommenden Monaten. rp
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