Spiegel will Print und Online enger verzahnen

Mittwoch, 19. Dezember 2007
Mathias Müller von Blumencron
Mathias Müller von Blumencron

In der Spiegel-Gruppe deutet sich ein Zusammenrücken von Print und Online an - sowohl hinsichtlich der Arbeitsabläufe als auch der Markenführung. Während der gedruckte "Spiegel" die Leser einmal wöchentlich mit "aktuellen, exklusiven und hintergründigen Geschichten" erreiche, müsse Spiegel Online diese Themen "weiterdrehen und aktuell nachlegen", so Spiegel-Online-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron im exklusiven HORIZONT-Interview. "Der Leser erwartet, dass seine bevorzugte Medienmarke ihn jeden Tag begleitet - auf allen Kanälen, je nach Nutzungssituation."

Blumencron, frisch gekürter "Medienmann des Jahres" der HORIZONT Awards, gilt zugleich als einer der Top-Kandidaten für die "Spiegel"-Chefredaktion - ob als alleiniger Chefredakteur, als Teil einer Doppelspitze oder als Stellvertreter. Wie auch immer die "Spiegel"-Gesellschafter in den kommenden Wochen entscheiden: Blumencrons Stimme wird an Gewicht gewinnen. "Online ist der Medienraum der Zukunft", sagt der 47-Jährige.

Beim Näherrücken zwischen "Spiegel" und Spiegel Online könnten sich die Hamburger vorstellen, künftig auf den Namenszusatz "Online" zu verzichten. "Ich möchte nicht ausschließen, dass wir dieses Label später einmal aufgeben und damit bereits im Produktnamen dokumentieren, dass beide Medien weiter zusammenwachsen", so Blumencron. Der Zusammenlegung der Redaktionen indes erteilt er eine Absage: Ein gemeinsamer Newsroom ergebe wenig Sinn, weil sich die Art und die Intensität der Geschichten und damit die Arbeitsweise der Print- und Online-Redakteure zu sehr unterschieden. Blumencron: "Hier ist mehr Koordination als Fusion angebracht."

Das vollständige Interview mit Mathias Müller von Blumencron lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 51-52/07, die am Donnerstag dieser Woche erscheint.
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