Spiegel TV sieht sich zurück in den schwarzen Zahlen

Donnerstag, 31. Mai 2012
Optimistisch: Spiegel-TV-Chef Matthias Schmolz
Optimistisch: Spiegel-TV-Chef Matthias Schmolz

Hoffnungsschimmer bei Spiegel TV, der zuletzt so arg gebeutelten Fernsehproduktionstochter der Spiegel-Gruppe. "Wir gehen für dieses Jahr von schwarzen Zahlen aus", sagt Geschäftsführer Matthias Schmolz im Interview mit HORIZONT. Im vergangenen Jahr hat Spiegel TV, mit einem Jahresumsatz von über 40 Millionen Euro größer als Spiegel Online, auch wegen der Restrukturierungskosten, etwa der Abfindungen, erneut Verluste geschrieben. Nach einigen Auftragsverlusten wegen wegfallender Formate samt Stellenabbau warten nun alle auf Neugeschäft, wenn Spiegel TV ein potentes Produktionsunternehmen bleiben und nicht nur ein kleines Inhouse-Studio sein möchte. „Wir haben eine Reihe von Sendern als Aufraggeber für neue Formate gewonnen - oder wir sind im Pitch", erklärt Schmolz.

Um welche Formate es sich handelt, das mag oder darf Schmolz nicht sagen. Nur soviel: Der Unternehmensbereich Co-/Auftragsproduktionen habe sich konsolidiert und nun gute Chancen zu wachsen. „Unsere Herausforderung dabei ist, das rentabel zu gestalten. Die Budgetkorsetts sind hier sehr eng." Sind die massiven Stellenstreichungen der vergangenen Jahre jetzt beendet? „Die Strukturanpassungen sind abgeschlossen", so Schmolz. „Nun gilt es, die Prozesse weiter zu optimieren und mit neuen Formaten weitere Aufträge zu gewinnen."

Derweil gibt es im Bestandsgeschäft noch Unsicherheiten: Im Sommer läuft die ZDF-Show „Lanz kocht" aus, weil Moderator Markus Lanz dann „Wetten dass?" übernimmt. Damit würde Spiegel TV eine weitere Produktion verlieren, an der angeblich fünf Arbeitsplätze hängen. Gibt es schon Ersatz? „Wir führen dazu mit dem ZDF Gespräche", sagt Schmolz: „Lanz kocht" sei jedenfalls sehr gut gemacht und beim Publikum beliebt - „und wir werden auch in Zukunft intelligente Unterhaltungsformate anbieten". Heißt wohl: Noch alles offen.

Zudem scheint unsicher, ob man „Spiegel TV Magazin" und „Spiegel TV Reportage", die in den Lizenzfenstern der Privatsender laufen, weiter produzieren kann. Denn Sat 1 streitet sich gerade mit den Landesmedienanstalten über diese Drittsendezeiten. „Wir sind guter Dinge, dass wir trotz aller rechtlichen Auseinandersetzungen um die Sat-1-Lizenzfenster beide Produktionen über das nächste Jahr hinaus fortsetzen können", so Schmolz.

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Abonnenten lesen das Interview in HORIZONT-Ausgabe 22/2012, die am 31. Mai erscheint.

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Der 48-Jährige ist zugleich Geschäftsführer von Spiegel Online. Gemeinsam mit dessen Co-Geschäftsführerin Katharina Borchert diskutiert Schmolz im exklusiven Interview mit HORIZONT außerdem über die Produktdifferenzierung zwischen den Bezahl-Angeboten des „Spiegel" via Print und App einerseits und der Gratis-Welt rund um Spiegel Online andererseits, den digitalen Werbemarkt, Mobile-Vermarktung und Social Media. rp
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