„Spiegel“: Spielraum für Neueinstellungen / Million-Auflagengrenze wackelt

Donnerstag, 10. Juni 2010
"Spiegel"-Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (links) und Georg Mascolo
"Spiegel"-Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (links) und Georg Mascolo

Steiler könnte das verlagspolitische Nord-Süd-Gefälle kaum sein als in dieser Woche: Während das Münchner Nachrichtenmagazin „Focus" offenkundig bis zu 50 Stellen abbauen muss und entsprechende Abfindungsangebote bestätigt, legt der „Spiegel" in Hamburg schon wieder den Vorwärtsgang ein. „Nachdem wir im vergangenen Jahr bei Neueinstellungen eher zurückhaltend waren, haben wir dafür nun wieder den nötigen Spielraum", sagt Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron im HORIZONT-Interview.

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Das Interview mit der „Spiegel"-Doppelspitze lesen Abonnenten exklusiv in der HORIZONT-Ausgabe 23/2010, die am Donnerstag, 10. Juni erscheint. Themen sind unter anderem die Diskussionen über die Qualität des „Spiegel" und das Verhältnis der Chefredakteure untereinander, die Auflage in Zeiten der Krise, die Digitalstrategie des Hauses - und die Rolle des ehemaligen „Stern"-Chefredakteurs Michael Jürgs als „Spiegel"-Berater.

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Dafür wird es beim „Spiegel" im laufenden 2. Quartal bei der Auflage wohl eine Zäsur geben: Das Nachrichtenmagazin kappt aus Rentabilitätsgründen wie erwartet seine Verkaufsauflage (1.009.996 Hefte, IVW I/2010). Jetzt steht das Volumen fest: um über 31.000 Stück. Damit dürfte der „Spiegel" bald unter die magische Milliongrenze rutschen. „Wir achten verstärkt auf die Wirtschaftlichkeit unserer Auflage", sagt Chefredakteur Georg Mascolo gegenüber HORIZONT und rechnet vor: Seit Mai liefert man rund 15.000 Hefte weniger an die Fluggesellschaften; die Lesezirkel-Auflage verringert der Verlag schrittweise um mehr als 7.000 und die Sonstigen Verkäufe um mehr als 9.000 Exemplare, erklärt Mascolo.

Doch nicht alles läuft wie geplant: Die für 2009 angekündigte zweite (Test-) Ausgabe des Zeitgeschichte-Magazins „Eines Tages" war nicht erschienen - und wird es vorerst wohl auch nicht. Das Projekt habe man „zurückgestellt", so Müller von Blumencron knapp. Ob und wann er es wieder aus der Schublade holt - unklar. rp
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