Spiegel QC relativiert Mandantengeschäft / Umdenken bei Targeting und Trading

Donnerstag, 15. April 2010
Spiegel-Vermarktungschef Norbert Facklam
Spiegel-Vermarktungschef Norbert Facklam

Erst vor einem halben Jahr hatte die Spiegel-Gruppe ihre Vermarktungsorganisation Spiegel QC im Zuge der Fusion von Print- und Online-Verkauf umgebaut. Jetzt steuert das Haus in einigen zentralen Fragen nochmals um. So relativiert Spiegel QC sein Ziel, auch übers Mandantengeschäft zu wachsen. „Wir beteiligen uns künftig nur noch dann an Pitches um Mandate, wenn es nicht um einen Wettbewerb um die höchste Garantiesumme geht", sagt Vermarktungschef Norbert Facklam gegenüber HORIZONT. Man wolle weiterhin Fremdvermarktung betreiben - „aber nicht um jeden Preis". Im Extremfall könnte Spiegel QC eines Tages ohne Mandate dastehen: „Ein Drama wäre das nicht, das Mandantengeschäft darf kein Selbstzweck sein".

Auch bei anderen Themen denkt Spiegel QC um, etwa bei Targeting und Trading - Marktusancen, die der „Spiegel" bisher eher abgelehnt und wohl unterschätzt hat. Nun gründet Facklam sogar eine eigene Performance-Unit. Dem Targeting wolle man sich „stellen, weil Kunden und Agenturen Angebote an uns herantragen". Und beim Tabuthema Trading - online längst praktiziert, aber in Print bisher verteufelt - sieht Facklam nicht mehr nur Risiken, sondern auch Umsatzpotenzial, sogar in Print. Hier erprobe man die „kontrollierte Offensive".

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Ob der „Spiegel" alleine nicht zu klein ist, um auf dem Radar der großen Werbekunden zu bleiben, wie das Haus zu Kickbacks steht und wie es sich bei den heiß diskutierten strategischen Vermarktungsallianzen aufstellen will, das lesen Abonnenten exklusiv in der HORIZONT-Ausgabe 15/2010, die am Donnerstag, 15. April erscheint.

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Weitere organisatorische News: Wohl wegen der zusätzlichen Performance-Arbeit gibt der Bereich Business Development/Online Sales die Objektverantwortung für die „Spiegel"-Titel an die Sales-Sparte (Leitung: Dirk Schnoor) ab, die wiederum die Verantwortung für die Außendienstbüros abgibt - an Facklam persönlich. Außerdem könnte bald Schluss sein mit einem internen Unruheherd: mit der arbeitsvertraglichen Schlechterbehandlung der ehemaligen Quality-Channel-Mitarbeiter, die im fusionierten Spiegel QC dieselben Aufgaben erledigen wie ihre „Spiegel"-Kollegen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Verträge und damit die Arbeitsbedingungen aller Mitarbeiter von Spiegel QC anzugleichen", sagt Facklam. rp
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