Spiegel Online mit Social-Media-Redakteuren / Neues Karriereportal und Mobilangebote

Donnerstag, 24. März 2011
Das neue Karriereportal von Spiegel Online
Das neue Karriereportal von Spiegel Online


Digitale Offensive: Die Spiegel-Gruppe dreht bei ihrem Nachrichtenportal Spiegel Online an mehreren Schrauben gleichzeitig, um Reichweite und Werbeerlöse zu steigern. So geht in dieser Woche die Site Karriere Spiegel ins Netz - als eigenes Ressort für Job-Themen sowohl bei Spiegel Online als auch beim Schwesterportal Manager Magazin Online. "Mit diesem ersten Gemeinschaftsprojekt in dieser Größenordnung bündeln wir alle Kompetenzen zu Berufsthemen innerhalb der Gruppe", sagt Spiegel-Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert. Zwei Redakteurstellen werden dafür geschaffen, Kosten und Erlöse werden geteilt.
Die zweite Stellschraube dreht am Mobilangebot. Ab Ende des Monats gibt es für Apples iPhone und alle Android-Smartphones eine zusätzliche Version von Spiegel Mobil, der Handy-Variante von Spiegel Online. Diese Version soll Smartphone-Nutzern, die bereits für zwei Drittel aller Handy-Zugriffe sorgen - Tendenz steigend -, mehr Inhalte von Spiegel Online anzeigen, optimiert für Touchscreens. Diese Inhalte will der Verlag künftig selbst ausliefern, um redaktionell schneller reagieren zu können und um eigene IT-Kompetenz aufzubauen. Bisher hat dies der Dienstleister Netbiscuits übernommen, der fortan nur noch für die sinkende Zahl der Nicht-Apple- und Nicht-Android-Geräte zuständig ist.

Außerdem launcht der Verlag erstmals eine (kostenlose) iPhone-App von Spiegel Online - nicht zu verwechseln mit der (kostenpflichtigen) iPhone-App des „Spiegel". Die neue App des Portals bietet etwas mehr als die normale Mobilversion, etwa eine ähnliche Anmutung wie die Site und Offline-Funktionen. "Wir wissen, dass sowohl viele Nutzer als auch die Werbekunden sich dringend eine entsprechende App von Spiegel Online wünschen", sagt Geschäftsführerin Borchert. Denn auch neue Werbemöglichkeiten verspricht sie sich davon.

Und wenn Apple bei den Inhalten, die dann seinen iTunes-Shop durchlaufen, zensierend eingreift, wie anderswo geschehen? „Dann stoppen wir diesen Weg sofort", sagt Borchert und kündigt schon jetzt auch Android-Apps an. Bei der Reichweite indes macht sich das neue Angebot erstmal nicht bemerkbar, da die Agof bislang keine Apps zählt. Neue User, die erst durch die App zu Spiegel Online finden, bildet die Mobile-Facts-Studie vorerst also nicht ab.

Stellschraube Nummer Drei sind Social Media. Gerade erst hat Spiegel Online nach langem Zögern wegen Datenschutzbedenken den Like-Button von Facebook integriert. "Wir haben das Nutzerbedürfnis gespürt; außerdem hat Facebook seine Tracking-Mechanismen für den deutschen Markt verändert und speichert die IP-Adressen nur von eingeloggten Usern", sagt Borchert. Daneben schafft Spiegel Online weitere neue Redakteurstellen für die Kommunikation mit den Usern über Facebook und Twitter. "Wir wollen Spiegel Online ein Gesicht geben", so Borchert. Bisher lief das eher nebenbei. Die paradoxe Folge: Je spannender die Nachrichtenlage wurde, desto weniger war Zeit für die Netzwerkpflege.

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Welche Ziele der Verlag mit seinem Karriereportal verfolgt lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 12/2011, die am Donnerstag, 24. März erscheint.

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Ihre Ziele möchte Borchert nicht beziffern. Sie verweist darauf, dass andere Sites ihren Traffic durch ähnliche Maßnahmen vervielfacht haben und mittlerweile mehr Reichweite über Facebook als über Google erhalten. Spiegel Online erzielt nach ihren Angaben 97 Prozent der Visits über Direktzugriffe und nur 3 Prozent über Google, Facebook, Twitter und andere Aggregatoren. rp
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