Spiegel-Gruppe gibt Projekt Manager Life auf

Mittwoch, 21. März 2007

Die "Spiegel"-Gruppe stoppt ihr Entwicklungsprojekt mit dem Arbeitstitel "Manager Life". Geplant war, einen eigenständigen Lifestyle-Titel für Männer auf den Markt zu bringen. Vorangetrieben hatte die Idee "Manager Magazin"-Geschäftsführer Philipp Busch. "Verlag und Gesellschafter verfolgen das Projekt nicht weiter, weil sie keine attraktive wirtschaftliche Perspektive dafür sehen", bestätigt der Verlag entsprechende HORIZONT-Informationen. Damit zuckt die "Spiegel"-Gruppe zum wiederholten Mal vor neuen Printprodukten zurück - zuletzt wurden das Kulturmagazin "Momo" sowie Projekte wie "Econy" (jetzt: "Brand eins"), "Monopol" und "Adler" nicht weiterverfolgt.

Das Aus für "Momo" und "Manager Life" wurde unter der Ägide des neuen "Spiegel"-Geschäftsführers Mario Frank beschlossen, der im letzteren Fall als Vertreter des Hauptgesellschafters Spiegel-Verlag (75,1 Prozent) auftritt. Die übrigen 24,9 Prozent am "Manager Magazin", unter dessen Dach "Manager Life" wohl erschienen wäre, hält Gruner + Jahr. Hinter dem Spiegel-Verlag wiederum stehen die Mitarbeiter KG (50,5 Prozent) und G+J (25,5), so dass das Aus für "Manager Life" als weiterer Beleg für die derzeitige Grundsatzsuche der Verlagsgruppe nach neuen Wachstumsmöglichkeiten gelesen werden kann.

Dem Vernehmen nach fanden die "Manager Life"-Heftentwürfe im Haus großen Anklang, auch erste Lesertests sollen erfreulich verlaufen sein. Allerdings seien die in der Spiegel-Gruppe üblichen Renditeerwartungen angeblich nur schwer zu erfüllen gewesen. Marktbeobachter wollen nun nicht ausschließen, dass Hajo Schumacher, der die Entwicklungsredaktion geleitet hat, das Projekt in Eigenregie oder mit einem anderen Verlag weiterverfolgt. Buchautor ("Kopf hoch, Deutschland") und N24-Polittalkmaster ("Links Rechts") Schumacher war nach zehn Jahren beim "Spiegel" zwei Jahre Chefredakteur von "Max". Seit 2003 arbeitet er als freier Journalist. rp

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