Spiegel: Condé-Nast-Chef Runge war angeblich Stasi-Spitzel / Verlag stärkt Runge den Rücken

Montag, 10. Mai 2004

Bernd Runge, Chef des Condé-Nast Verlags in Deutschland, soll laut einem Bericht des "Spiegel" in den 80er Jahren angeblich für den Staatssicherheitsdienst der DDR gearbeitet haben. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf die Birthler-Behörde. Bei der Erschließung bislang ungesichteter Dossiers des Ministeriums für Staatssicherheit seien Mitarbeiter der Behörde in Berlin nun auf eine Akte gestoßen, die 1981 beginnt und den Medienmanager schwer belaste.

Der Verleger von Blättern wie "Vogue" und "Glamour", der von HORIZONT im Januar zum Medienmann des Jahres 2003 gekürt worden war, soll im Juni 1984 als Inoffizieller Mitarbeiter bei der Stasi eingestiegen sein. Dem Bericht zufolge soll der heute 43-Jährige auch während seiner Tätigkeit als Ungarn-Korrespondent der Nachrichtenagentur ADN bis Ende der 80er Jahre Informationen an die Stasi geliefert haben. Eine persönliche Reaktion von Runge auf die Vorwürfe gibt es offenbar noch nicht.

Unterdessen hat jedoch der Chairman der Verlagsgruppe Condé Nast International, Jonathan Newhouse, Runge sein Vertrauen ausgesprochen. Die Presseveröffentlichungen und Akten über Jahrzehnte zurückliegende Kontakte von Runge mit dem DDR-Geheimdienst seien für die Zusammenarbeit mit Condé Nast nicht relevant, teilt der Verlag in einer Aussendung mit. "Ich kenne die veröffentlichten Artikel über Bernd Runge und über Aktivitäten aus lang zurückliegender Vergangenheit. Ich messe diesen Veröffentlichungen keine weitere Bedeutung bei. Ich habe volles Vertrauen in Herrn Runge als Präsident Condé Nast Deutschland und von Condé Nast New Markets Europa/Africa", so Newhouse weiter. mas
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