Spiegel-Chefredaktion: Müssen Mascolo und von Blumencron gehen?

Freitag, 05. April 2013
Müssen die Streithähne Mascolo und von Blumencron gehen?
Müssen die Streithähne Mascolo und von Blumencron gehen?

Schon im April vergangenen Jahres hatte HORIZONT.NET über den Kampf zweier Linien in der Chefredaktion des Spiegel" geschrieben - auf der einen Seite Print-Chefredakteur Georg Mascolo, auf der anderen Seite Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron. Nun meldet das "Hamburger Abendblatt", dass der weiter schwelende Hauskrach beim Spiegel-Verlag auf ganz eigentümlich Weise gelöst werden soll: Indem man sich gleich von beiden Chefredakteuren trennt. Es kommt nicht alle Tage vor, dass im kühlen Hamburg am Wochenende die Spekulationen hochkochen. In diesem Fall ist es aber so. Gerücht Nummer 1: Das "Hamburger Abendblatt" will aus "Gesellschafterkreisen" erfahren haben, dass man sich von beiden Streithähnen trennen will: Derzeit wird ein neuer Chefredakteur gesucht. Es sollen bereits mehrere Kandidaten angesprochen worden sein", so das Abendblatt.

Gerücht Nummer 2 (eine direkte Folge auf Gerücht Nummer 1): Auch der ehemalige "Spiegel"-Mann Gabor Steingart, derzeit als Geschäftsführer mit gewaltigen Umbaumaßnahmen beim "Handelsblatt" beschäftigt, zähle zum Kreis der angesprochenen Nachfolge-Kandidaten. Künftig soll es keine Doppelspitze mehr geben. Gerücht Nummer 3: New Business will - ebenfalls aus Gesellschafterkreisen - erfahren haben, dass weder in der Gesellschafterversammlung noch bei der auch für Personalentscheidungen eminent wichtigen Mitarbeiter KG ein Beschluss gefasst worden sei. Der Verlag hat New Business gegenüber im übrigen dementiert, dass bereits der Daumen über die beiden Chefredakteur gesenkt worden sei.

Fakt ist und in Hamburger Medienkreisen schon länger kein Geheimnis mehr: Die beiden Chefredakteure haben sich nicht nur gegenseitig das Leben schwer gemacht, sie stehen auch selbst unter Beschuss: Mascolo wird dem "Abendblatt" zufolge eine verfehlte Titelpolitik vorgeworfen, die zur Erosion der Auflage des Magazins beigetragen habe. Von Blumencron soll sich gegen eine neue Onlinestrategie gewehrt haben. Diese sah laut "Abendblatt" vor, den Großteil des Angebots weiter gratis anzubieten, aber für umfassendere Premium-Angebote eine Bezahlschranke einzuführen. mas/vs
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