Sparmaßnahme: Berliner Abendblatt entlässt Redaktion

Donnerstag, 20. September 2012
Das "Berliner Abendblatt" hat eine Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren
Das "Berliner Abendblatt" hat eine Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren

Heute morgen noch befürchtet, jetzt bereits Realität: Der Berliner Verlag muss im großen Stil Leute entlassen. Betroffen sind aktuell 14 Redakteure des Anzeigenblattes "Berliner Abendblatt", die Mitarbeiter wurden heute mittag über den schmerzhaften Schritt informiert. Gegenüber HORIZONT.NET hat Geschäftsführer Hagen Königseder zudem Spekulationen bestätigt, wonach die redaktionelle Arbeit beim "Berliner Abendblatt" künftig von MDS Creative übernommen wird. Die Unit des Medienhauses M. DuMont Schauberg (MDS), zu dem der Berliner Verlag gehört, ist insbesondere in den Bereichen Redaktion, Corporate Publishing und Webdesign aktiv und besteht aus 45 freien und festen Mitarbeitern. Zwar bestehe noch keine vertraglich bindende Übereinkunft, so Königseder. Es sei jedoch derzeit beschlossene Sache, dass MDS Creative den Personalabbau beim "Berliner Abendblatt" auffangen soll.

Besonders bitter: Neben den Redakteuren sollen auch weitere Mitarbeiter in der Verwaltung ihren Job verlieren. Nötig wurde der Schnitt wegen des "wirtschaftlich schwierigen Fahrwassers", in dem sich das Blatt seit geraumer Zeit befindet. Laut Königseder verhindert der Personalabbau, dass der Geschäftsfbeirieb komplett eingestellt werden muss. Das "Berliner Abendblatt" produziert nach Verlagsangaben jede Woche 20 lokale Anzeigenzeitungen für alle Berliner Stadtbezirke mit einer Auflage von insgesamt 1,2 Millionen Exemplaren.

Auch bei weiteren Titeln des Berliner Verlags geht die Angst vor Einsparmaßnahmen um: Der Konzernbetriebsrat will erfahren haben, dass beim "Berliner Kurier" jede siebte Stelle gestrichen und in der Redaktionsgemeinschaft der "Berliner Zeitung" mit der "Frankfurter Rundschau" 15 bis 20 Stellen abgebaut werden sollen. ire
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